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Medizin

Schwangerschaft: Herzinfarkt im letzten Trimenon am gefährlichsten

Mittwoch, 4. Juli 2012

Los Angeles – Ein Herzinfarkt führt bei schwangeren Frauen besonders in den letzten Monaten der Schwangerschaft zu einer verschlechterten Herzfunktion. Im Vergleich zu nicht schwangeren Patientinnen ist die Myokardschädigung bei diesen Frauen besonders hoch. Das haben Wissenschaftler der University of California am Tiermodell herausgefunden und im Journal Basic Research in Cardiology (doi: 10.1007/s00395-012-0271-7) publiziert.

Generell sind Herzinfarkte während der Schwangerschaft selten. Dennoch ist deren Prävalenz in den letzten Jahren gestiegen, da viele Frauen heute später ihre Kinder bekommen. Durch das höhere Alter während der Schwangerschaft sind diese Frauen in der Regel weniger sportlich aktiv, haben höhere Cholesterinspiegel und weisen ein allgemein erhöhtes Risiko für Diabetes oder atherosklerotisch bedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

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Allerdings basieren die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler unter der Leitung von Mansoureh Eghbali auf Versuchen mit Ratten und Mäusen: Für ihre Studie untersuchten die Forscher schwangere Ratten und bestimmten sowohl deren kardiale Pumpleistung als auch die Zellschädigung des Myokards. Bei den Tieren mit Herzinfarkt unterschieden die Autoren zwischen schwangeren Ratten und einer nicht schwangeren Kontrollgruppe. Es stellte sich heraus, dass die kurz vor der Geburt befindlichen Tiere einen Myokardinfarkt während der Tragezeit nur schwer verkrafteten. Während die nicht schwangeren Versuchstiere ihre kardiale Pumpleistung zu 80 Prozent wiedererlangten, gelang das den schwangeren Ratten nur zu zehn Prozent. Sobald die Ratten allerdings die Geburt hinter sich gebracht hatten, erholte sich auch die Herzfunktion.

Ihre Ergebnisse bestätigten die Wissenschaftler durch ein zweites, gleichzeitig ablaufendes in vitro-Experiment. In einer sogenannten Langendorff-Apparatur perfundierten die Wissenschaftler Herzen von schwangeren Mäusen und gelangten zu ähnlichen Ergebnissen wie in dem ersten Versuch. Dabei zeigte die Schädigung des Myokardgewebes der schwangeren Tiere einen signifikanten Unterschied und war am Ende der Studie um das Vierfache höher als bei der Kontrollgruppe.

Die Studie zeigt nach Auffassung der Autoren, dass das Herz in der letzten Phase einer Schwangerschaft besonders anfällig für die Schäden ist, die ein Herzinfarkt verursacht.   hil

http://www.springerlink.com/content/d557u08u4g1u8m82/ | Abstract

http://www.anes.ucla.edu/eghbali/CV.html | Mansoureh Eghbali

© hil/aerzteblatt.de

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