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Medizin

Früh-Symptome des Parkinsons Jahre vor der Diagnose bemerkbar

Donnerstag, 5. Juli 2012

Boston – Ärzte könnten ein Parkinson-Syndrom in Zukunft nicht erst an motorischen Symptomen diagnostizieren, sondern schon mehrere Jahre davor erkennen. Wie eine neue Studie im Journal of Parkinson`s Desease (doi: 10.3233/JPD-2012-12083) beschreibt, beginnen Einschränkungen, die einem Morbus Parkinson vorausgehen, bei Männern etwa drei und bei Frauen mehr als sieben Jahre vorher. Wissenschaftler der Harvard School of Public Health haben diese Ergebnisse unter der Leitung von Natalia Palacios jetzt publiziert.

Die Autoren wollten zu Beginn ihrer Studie die Lebensqualität der Parkinson-Patienten vor ihrer Diagnose untersuchen und mit der ihrer gesunden Altersgenossen vergleichen. Dazu bedienten sie sich der Daten zweier groß angelegter und derzeit noch laufenden Studien, der Health Professional Follow Up Study (HPFS) und der Nurses Health Study (NHS).

Aus der HPFS rekrutierten sie 51.350 Männer, während aus der NHS 121.701 Frauen für ihre Untersuchungen geeignet waren. Alle Teilnehmer mussten zweimal im Jahr einen Fragebogen ausfüllen, indem sie ihre Lebensqualität beschreiben sollten und Fragen nach ihrem Lebensstil und dem Einfluss ihrer chronischen Erkrankungen auf ihr Leben beantworteten.

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Siebeneinhalb Jahre vor der Diagnose eines Morbus Parkinson gab es bezüglich der Lebensqualität zwischen den später erkrankten Patienten und ihren Altersgenossen noch keine signifikanten Unterschiede. Danach machte sich jedoch der Verlust einfacher, täglicher Fertigkeiten bei den im Verlauf von der Erkrankung betroffenen Personen bemerkbar.

Dabei verzeichneten die Frauen einen kontinuierlichen Verlust bereits ab siebeneinhalb Jahren, wohingegen die Männer im Durchschnitt noch bis zu drei Jahre vor der Diagnose uneingeschränkt lebten. Diese Abnahme physischer Fähigkeiten verlief bei beiden Geschlechtern im Vergleich zu einem altersbedingten Verlust bei gesunden Personen rund fünf bis sieben Mal schneller.

Laut Palacios deuten bereits frühere Studien darauf hin, dass ein nahender Morbus Parkinson nicht erst mit den typischen motorischen Symptomen wie Rigor oder Tremor erkannt wird. Doch ihre Studie habe gezeigt, dass man anhand der gewonnen Daten einen relativ präzisen Zeitraum bestimmt habe, innerhalb dessen die Früh-Symptome auftreten. © hil/aerzteblatt.de

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