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Medizin

Langfristige Folgen des postoperativen Delirs

Freitag, 6. Juli 2012

Worcester – Ein postoperatives Delir geht bei herzchirurgischen Patienten häufig mit kognitiven Einbußen einher, die einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 367:30-39) zufolge über ein Jahr bestehen können.

Postoperative Verwirrtheitszustände sind nach herzchirurgischen Eingriffen vor allem bei älteren Patienten keine Seltenheit. An drei US-Kliniken, deren Daten Jane Saczynski von der Massachusetts Medical School in Worcester vorstellt, entwickelte fast jeder zweite Patient (Alter über 60 Jahre) nach Bypass- oder Klappenoperation ein postoperatives Delir. Die meisten erholten sich in den ersten Tagen von dem früher als „Durchgangs­syndrom“ bezeichneten Zustand.

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Doch Saczynski kann jetzt nachweisen, dass sich die Patienten von den schlechten Testergebnissen in der Mini-Mental State Examination (MMSE), dem Standardtest für kognitive Störungen, nur langsam erholen. Bei einer ersten Untersuchung am 2. postoperativen Tag hatten die Delirpatienten 7,7 Punkte im MMSE eingebüßt gegenüber nur 2,1 Punkten bei den Patienten ohne Delir.

Auch bei einer Nachuntersuchung nach einem Monat, die Patienten waren längst ent­lassen, war noch ein Defizit nachweisbar (24,1 versus 27,4 Punkte im MMSE). Später verminderten sich die Unterschiede. Doch während Patienten ohne Delir nach einem Monat die präoperativen Werte im MMSE erreicht hatten, fielen die Delirpatienten noch ein Jahr nach der Operation hinter den präoperativen Werten zurück. Prädiktoren für eine langsame Erholung waren niedrige MMSE-Werte vor der Operation und eine längere Dauer des postoperativen Delirs. © hil/aerzteblatt.de

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