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Medizin

Thrombose: Nanopartikel aktivieren Fibrinolytikum vor Ort

Freitag, 6. Juli 2012

Boston – US-Forscher haben das Fibrinolytikum Alteplase (tPA) an sogenannte „scherkraft-sensitive“ Nanopartikel gebunden. Sie sollen die Wirksamkeit des Medika­ments auf den Ort der Thrombose begrenzen. In experimentellen Studien in Science (2012; doi: 10.1126/science.1217815) hat dies bei Mäusen eine Lungenembolie beseitigt.

Die Natur hat dem Team um Donald Ingber vom Wyss Institute der Harvard Universität in Boston bei der Entwicklung der Nanotherapeutika Modell gestanden. Es handelt sich um Gebilde von der Größe eines Thrombozyten, die wie die Thrombozyten auf Scherkräfte reagieren. Bei den Thrombozyten kommt es dann zur Aggregation der Blutplättchen an der Gefäßwand, die Ausgang für die einen tödlichen Thrombus sein können.

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Die Nanotherapeutika, die Ingber untersucht hat, zerfallen infolge der Scherkräfte in einzelnen Nanopartikel, an die jeweils das Fibrinolytikum tPA gebunden ist. Die Freisetzung führt im Idealfall zu einer sofortigen Auflösung des Thrombus, bevor der Verschluss von Koronar-, Hirn- oder Pulmonalarterie zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie geführt hat. Die gezielte Freisetzung soll gleichzeitig verhindern, dass es andernorts zu schweren Blutungen kommt. Sie sind die am meisten gefürchtete Komplikation der Lysetherapie.

Ob das Prinzip aufgeht, können natürlich nur klinische Studien zeigen. Ingber hat den Effekt bisher nur in vitro im Labor und in vivo an Mäusen untersucht. Bei den Mäusen hat er experimentell eine massive Lungenembolie ausgelöst. Die Infusion der Nanothera­peutika, die direkt mit dem Embolie-Ereignisse begonnen und über 45 Minuten fortge­setzt wurde, rettete sechs von sieben Mäuse das Leben, während in der Kontrollgruppe alle Tiere starben.

Laut Ingber betrug die Gesamtdosis von tPA nur ein Hundertstel der für eine konven­tionelle Lysetherapie benötigten Menge. Der Forscher hält die Nanopartikel für nicht-toxisch, da sie zu 80 Prozent innerhalb von 5 Minuten wieder ausgeschieden würden. Es bleibt jetzt abzuwarten, ob die Anregung von einem Hersteller aufgegriffen wird. © rme/aerzteblatt.de

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