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Medizin

Herdenimmunität durch HPV-Impfung

Montag, 9. Juli 2012

dpa

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Cincinnati – Die Einführung der HPV-Impfung hat in den USA zu einem Rückgang der Neuinfektionen geführt. Er war in einer Studie in Pediatrics (2012; doi: 10.1542/peds.­2011-3587) auch bei jungen Frauen zu beobachten, die gar nicht geimpft wurden. Die Studie dokumentiert erstmals eine Herdenimmunität für die HPV-Impfung.

Der erste Impfstoff, der vor den onkogenen Typen 16 und 18 des humanen Papilloma­virus (HPV) schützt, wurde in den USA im Juni 2006 zugelassen. Vor der Einführung hatte Jessica Kahn vom Cincinnati Children's Hospital Medical Center eine Gruppe von 368 sexuell aktiven Teenagern im Alter von 13 bis 16 Jahren untersucht: 31,7 Prozent testeten positiv auf die beiden HPV-Virustypen. In den Jahren 2009/2010 wiederholte Kahn die Tests in einer zweiten Gruppe von 409 Teenagern gleichen Alters, die ebenfalls sexuell aktiv waren.

Dieses Mal waren nur noch 13,4 Prozent mit HPV infiziert. Besonders deutlich war der Rückgang bei der Hälfte der Teenager, die wenigstens an einem Impftermin teilgenommen hatten. Hier waren nur noch 9,9 Prozent mit HPV 16 und 18 infiziert. Dass es nicht weniger waren, hängt einmal mit der nicht hundertprozentigen Wirkung der Impfung zusammen. Hinzu kommt, dass einige Teenager bereits vor der Impfung sexuelle Kontakte hatten, andere hatten die Impfung nicht abgeschlossen.

Der erstaunlichste Befund ist allerdings, dass es auch bei den nicht geimpften Teenagern zu einem Rückgang der Infektionen um fast die Hälfte auf 15,4 Prozent kam. Das spricht dafür, dass die Impfung bereits wenige Jahre nach der Einführung die „Durchseuchung“ der Teenager mit den HP-Viren vermindert hat.

Diese Herdenimmunität betrifft allerdings nur die von der Impfung erfassten HPV-Typen. Die Studie dokumentiert darüber hinaus ein weiteres Phänomen: Die von den „weggeimpften“ Viren hinterlassene „ökologische Nische“ wird schnell von anderen Erregern besetzt. In diesem Fall waren es die nicht (oder weniger) onkogenen Varianten von HPV, mit denen jetzt 75,9 Prozent der Teenager infiziert waren gegenüber 60,7 Prozent in der ersten Gruppe vor Einführung der Impfung. © rme/aerzteblatt.de

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