NewsPolitikKrankenkassen und Hebammen einigen sich auf Ausgleichszahlungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen und Hebammen einigen sich auf Ausgleichszahlungen

Dienstag, 10. Juli 2012

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen haben sich mit dem Verband der Hebammen auf Ausgleichszahlungen für freiberufliche Geburtshelferinnen geeinigt. Künftig werden die Kostenerhöhungen durch steigende Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung vollständig von den Krankenkassen übernommen.

Das teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen am Dienstag in Berlin mit. Demnach bekommt durch die Neuregelung eine freiberufliche Hebamme bei jeder von ihr betreuten Geburt im Geburtshaus 25,60 Euro zusätzlich und bei einer Hausgeburt 78 Euro mehr. Damit erhöhten sich den Angaben zufolge die Ausgaben der Krankenkassen um rund 1,7 Million Euro pro Jahr. Die Einigung gilt rückwirkend zum 1. Juli 2012.

Keinen Kompromiss gibt es dagegen bislang bei den Vergütungen. Eine von den Kassen angebotene Honorarsteigerung um mehr als zehn Prozent lehnten die Hebammen-Verbände als zu gering ab. Der Deutsche Hebammen-Verband (DHV) fordert eine Anhebung des Stundenlohnes von derzeit knapp 7,50 Euro auf 10,00 Euro, was etwa einem Plus von 30 Prozent entspricht.

Anzeige

An der „seit Jahren völlig unbefriedigenden Vergütungssituation" der Hebammen habe sich noch nichts geändert, erklärten der DHV, der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und das Netzwerk der Geburtshäuser. Die Verbände wollen nun die Schiedsstelle anrufen, um doch noch einen Kompromiss zu finden.

In Deutschland gibt es schätzungsweise rund 18.000 Hebammen. Nur ein Teil davon ist fest angestellt, etwa in Kliniken. 60 Prozent arbeiten freiberuflich, wobei das Gros gar keine Geburten mehr betreut. Viele bieten nur noch Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbett-Betreuung für Frauen an. Nur rund 3000 Frauen leisten noch aktiv Geburtshilfe. © dapd/afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2019
Hamburg – Angehende Hebammen müssen vom kommenden Jahr an auch in Hamburg ein Studium absolvieren. Darauf hat Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) gestern hingewiesen. Die
Hamburg startet dualen Studiengang für Hebammen
29. November 2019
Berlin – Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe könnten auch in Deutschland ein relevantes Problem sein. Darauf deutet eine nicht-repräsentative Umfrage unter 2.045 Frauen hin, die sich vor
Prävalenz zur Gewalt in der Geburtshilfe weiterhin unklar
20. November 2019
Bochum – Krankenhäuser, die Frauen in den Wehen abweisen müssen und Hebammen, die Alarm schlagen. Eine landesweite Untersuchung zur Hebammenversorgung in Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigt nun die
Missstände in der Hebammenversorgung in Nordrhein-Westfalen
12. November 2019
Berlin – Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg, Hessen und Thüringen setzen sich für Verbesserungen in der Geburtshilfe ein. Über eine Entschließung im Bundesrat wollen die Länder die Bundesregierung dazu
Länder starten Bundesratsinitiative für Verbesserungen in der Geburtshilfe
8. November 2019
Berlin – Pflegelöhne, Hebammenstudium, Bürokratieentlastungsgesetz, Implantateregister und Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung. Der Bundesrat hat heute mehrere Gesetze des Bundestags passieren lassen. Die
Bundesrat billigt eine Reihe von Gesundheitsgesetzen
1. November 2019
Magdeburg – Freiberufliche Hebammen und Geburtspfleger können in Zukunft unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung aus dem Hebammenfonds beantragen. Dabei gehe es um 5.000 Euro, die nicht
Freiberufliche Hebammen in Sachsen-Anhalt bekommen Fördergelder
16. Oktober 2019
Mainz – Rheinland-Pfalz hat den Bund zu mehr Engagement für die Stärkung der Geburtshilfe aufgerufen. Bundesweit schlössen in ländlichen Regionen Geburtshilfeabteilungen, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER