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Vermischtes

Warum Weihrauch heilt

Dienstag, 10. Juli 2012

dpa

Jena – „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzün­dungshemmende Substanzen und ist damit für die Therapie von Krankheiten wie Asthma, rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis hochinteressant.“ Darauf hat der Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische und Medizinische Chemie Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hingewiesen.

Werz und sein Team sind dem Wirkmechanismus des Weihrauchs im Rahmen eines Verbundprojekts mit Partnern der Uni Saarbrücken und einem Startup-Unternehmen nachgegangen. Dabei konnten die Forscher zeigen, an welcher Stelle die für die Wirkung des Weihrauchharzes verantwortlichen Inhaltsstoffe, die sogenannten Boswelliasäuren, in das Entzündungsgeschehen eingreifen.

Danach interagieren Boswelliasäuren insbesondere mit einem Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist. Dieses gehört zu den Vermittlern der Immunantwort und spielt unter anderem im Entzündungsprozess, bei der Entstehung von Fieber und Schmerzen eine entscheidende Rolle. „Boswelliasäuren hemmen dieses Enzym sehr potent und verringern so die Entzündungsreaktion“, erklärt der Jenaer Pharmazeut.

Damit sei nicht nur ein gezielter Einsatz in der Therapie von Entzündungserkrankungen denkbar. Boswelliasäuren ließen auch weniger Nebenwirkungen erwarten als heute gängige Entzündungshemmer. Diese wirkten weniger spezifisch und könnten bei längerer Anwendung das Risiko für Magengeschwüre erhöhen und die Nierenfunktion beein­trächtigen.

Ob sich Weihrauch als Arzneimittel künftig tatsächlich durchsetzen könne, hänge jedoch nicht nur vom Ausgang der noch ausstehenden klinischen Überprüfung ab. „Boswellia­säuren kommen ausschließlich im Harz des Weihrauchbaumes vor und lassen sich nur schwer synthetisch herstellen“, so Werz.

Damit seien diese Bäume die einzige Ressource für den aussichtsreichen Wirkstoff. Allerdings seien Weihrauchbäume in ihrem Bestand stark bedroht. „Ohne nachhaltigen Schutz sind damit nicht nur Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, sondern es gehen der Medizin auch vielversprechende Wirkstoffe verloren“, warnte der Jenaer Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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