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Ausland

Niederlande: Mehr Todesfälle durch aktive Sterbehilfe

Mittwoch, 11. Juli 2012

Den Haag – In den Niederlanden ist die Zahl der Fälle von aktiver Sterbehilfe in den vergangenen Jahren gestiegen. Wie das niederländische Statistikamt heute in Den Haag mitteilte, leisteten niederländische Ärzte im Jahr 2010 bei 3.800 Personen aktive Sterbehilfe durch die Verordnung oder Verabreichung eines tödlichen Medikaments. Somit seien 2,8 Prozent aller Todesfälle im Jahr 2010 auf aktive Sterbehilfe zurückzu­führen. Im Jahr 2005 lag der Anteil den Angaben zufolge bei 1,7 Prozent (2.300 Fälle). Ursache für den Wunsch nach aktiver Sterbehilfe sei in acht von zehn Fällen eine Krebserkrankung gewesen, so die Behörde.

Zugleich stieg den Angaben zufolge die Zahl der Todesfälle im Zuge der Schmerz- und Symptombekämpfung auf 50.000 an. Das seien rund 36 Prozent aller Todesfälle im Jahr 2010, heißt es in der Statistik, die auf Untersuchungen der Universitäten Rotterdam und Amsterdam basiert. Im Jahr 2005 seien rund 34.000 Todesfälle (25 Prozent) auf ent­sprechende Maßnahmen zurückzuführen gewesen. Bei medizinischen Maßnahmen zur Schmerz- und Symptombekämpfung wird in Kauf genommen, dass sie den Sterbe­prozess möglicherweise beschleunigen.

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Nach dem 2002 in Kraft getretenen Sterbehilfegesetz in den Niederlanden dürfen Ärzte straffrei an der Lebensbeendigung von unheilbar kranken und unerträglich leidenden Patienten mitwirken, wenn diese darum bitten und mindestens ein anderer Arzt zurate gezogen wurde. Die Prüfungskommissionen bestehen jeweils aus einem Juristen sowie einem Arzt und einem Ethiker. © kna/aerzteblatt.de

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