NewsÄrzteschaftHautärzte wehren sich gegen IGeL-Vorwürfe
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Hautärzte wehren sich gegen IGeL-Vorwürfe

Mittwoch, 11. Juli 2012

Berlin – Gegen Vorwürfe des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) wehrt sich der Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Dabei geht es um eine soge­nannte dermatoskopische Hautuntersuchung mit einem Auflichtmikroskop. Die Vorwürfe wurden unter anderem über den soge­nannten IGeL-Monitor verbreitet, einem Online-Portal zu Selbstzahlerleistungen.

„Viele Hautärzte bieten eine spezielle Lupenuntersuchung, eine sogenannte Dermatos­kopie, zur Früherkennung von Hautkrebs als IGeL an. Der IGeL-Monitor sieht dafür keine Basis“, so der MDK in einer Stellungnahme vom 5. Juli. „Die Darstellung des MDK-IGeL-Monitors stellt eine Desinformation zum Schaden der gesetzlich Krankenversicherten dar, die fatal an das Strickmuster erinnert, mit dem eine Reihe von Krankenkassen vor Einführung des Hautkrebsscreenings als Krankenkassenleistung die Hautkrebsvor­sorgeuntersuchung bei Dermatologen über viele Jahre als IGel diffamiert haben“, sagte der Präsident des Berufsverbandes, Michael Reusch.

Anzeige

In den zuständigen Gremien der Selbstverwaltung hätten sich die Verhandlungsführer der Krankenkassen mit wechselnden Argumenten stets geweigert, eine Regelung zu treffen, die über eine reine Blickdiagnostik hinausgehe. „Das Gegenargument vonseiten der maßgeblichen Krankenkassenvertreter lautete stets: zu aufwendig und zu teuer“, so Reusch.

Er betonte, die Untersuchung mit dem Dermatoskop sei keineswegs entbehrlich, wie im IGeL-Monitor behauptet. Sie ermögliche eine genauere Untersuchung und mache viele Biopsien überflüssig. Die Dermatoskopie sei deshalb auch in die deutsche S3-Leitlinie zur Hautkrebsbehandlung aufgenommen worden.

Laut dem Berufsverband vergüten zahlreiche Krankenkassen die Leistung gesondert, unter anderem die AOK, die Barmer GEK und die Techniker Krankenkasse, die Innungskrankenkassen, die Knappschaft sowie zahlreiche Betriebskassen. In der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gebe es eine Ziffer, nach der diese Leistung heute für jeden Bundesbürger als privatmedizinische Leistung zu einem Preis von rund 16 Euro zur Verfügung stehe.

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen bedauert die „vom MDK einseitig betriebene Eskalation des seit Jahren ungelösten Konflikts“. Er habe damit das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Patient und behandelndem Arzt unnötig und in einer unverantwortlichen Weise belastet, so der Verband. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. November 2020
Boston – Kann der Wirkstoff Finasterid, der die Steroid-5alpha-Reduktase hemmt und damit möglicherweise die Konzentration eines Neurosteroids im Gehirn senkt, bei jungen Männern, die das Mittel zur
Androgenetische Alopezie: Erhöht Finasterid das Suizidrisiko?
17. November 2020
Köln – Das Dossier des Herstellers von Trifaroten zur Aknetherapie hat beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Kopfschütteln ausgelöst. Der Wirkstoff ist
Trifaroten bei Akne: Dossier sorgt für Kopfschütteln beim IQWiG
9. November 2020
Berlin – Als erste Krankenkasse in Deutschland bietet die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Mitgliedern einen digitalen Check bei Hautproblemen an. Dabei können die Patienten in einem Fragebogen ihre
Techniker Krankenkasse bietet digitalen Hautcheck an
2. Oktober 2020
Berlin – Im Freien arbeitende Menschen, deren Haut über lange Zeit starker UV-Strahlung ausgesetzt ist, entwickeln häufiger ein Basalzellkarzinome als andere Menschen. Die Deutsche Dermatologische
Basalzellkarzinome: Anerkennung als Berufskrankheit gefordert
29. September 2020
Berlin – Mehr als 3,6 Millionen Menschen in Deutschland haben 2018 die Diagnose Neurodermitis erhalten. Betroffen davon waren vor allem Kleinkinder, wie aus einer heute in Berlin veröffentlichten
Kinder und Frauen besonders von Neurodermitis betroffen
26. August 2020
Cincinnati – 2 Mutationen im KIF3A-Gen können über eine vermehrte DNA-Methylierung die Bildung eines Proteins verhindern, das für die Barrierefunktion der Haut benötigt wird. Die Studie in Nature
Neurodermitis: Genvarianten schädigen die Hautbarriere
25. August 2020
Berlin – Patienten werden in Arztpraxen oft nur unzureichend über die Bedeutung und Aussagekraft eines Antikörpertests auf SARS-CoV-2 aufgeklärt. Zu diesem Schluss kommt der Medizinische Dienst des
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER