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Politik

Zahl der Alleinlebenden nimmt zu

Mittwoch, 11. Juli 2012

Berlin ­ – Die Zahl der alleinlebenden Deutschen hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich erhöht. Waren es 1991 noch 11,4 Millionen Menschen, so waren es im vergangenen Jahr 15,9 Millionen.

Das geht aus dem Mikrozensus 2011 des Statistischen Bundesamtes hervor. „Jede fünfte Person lebte 2011 somit allein“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, heute in Berlin. In Ost­deutschland stieg die Zahl der Einpersonenhaushalte dabei um 57 Prozent, in Westdeutschland um 35 Prozent.

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Der Anteil der Alleinlebenden werde auch künftig weiter steigen, prognostizierte Egeler. Der Anteil der Einpersonenhaushalte werde 2030 voraussichtlich bei 23 Prozent liegen. Erhöht hat sich vor allem der Anteil alleinlebender Männer: von elf Prozent im Jahr 1991 auf 19 Prozent im vergangenen Jahr. Bei Frauen stieg der Anteil im selben Zeitraum von 18 auf 21 Prozent.

„Während im jungen und mittleren Alter Männer häufiger als Frauen einen Einpersonen­haushalt führen, sind es im höheren Alter eher die Frauen“, erklärte Egeler. Eine Ursache dafür sei die deutlich höhere Lebenserwartung von Frauen. Mit 80 Jahren lebt zum Beispiel mehr als die Hälfte der Frauen allein, bei den Männern ist es jeder Fünfte.

Alleinlebende Menschen wohnen insbesondere in großen Städten. So lag der Anteil der Einpersonenhaushalte im vergangenen Jahr in Städten mit mehr als 500.000 Einwoh­nern bei 29 Prozent. In Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern waren es noch 21 Prozent und in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern 14 Prozent.

Großstädte hätten eine bessere Infrastruktur, böten mehr Kultur und auch bessere Versorgungseinrichtungen, erklärte Thomas Haustein, einer der Autoren der Studie. So gebe es zum Beispiel mehr Krankenhäuser in der Nähe. Das könnte insbesondere für ältere Alleinlebende oder Alleinerziehende interessant sein.

Alleinlebende Frauen arbeiten häufiger in Führungspositionen als nicht alleinlebende Frauen, wie der Mikrozensus ergab. So hatten 17 Prozent der alleinlebenden angestellten Frauen zwischen 35 und 64 Jahren eine Führungsposition inne – nicht-alleinlebende Frauen nur zu 13 Prozent. Bei den Männern ist es umgekehrt: 26 Prozent der Führungskräfte leben nicht allein, 21 Prozent leben allein.

Alleinlebende Männer mittleren Alters sind zudem seltener erwerbstätig als nicht- alleinlebende Männer, erklärte Egeler. So gingen im vergangenen Jahr 85 Prozent der Männer, die nicht alleine leben, einem Beruf nach – bei den alleinlebenden waren es 74 Prozent.

Für den Mikrozensus 2011 hat das Statistische Bundesamt ein Prozent der deutschen Bevölkerung befragt. Er ist damit die größte Haushaltsbefragung Europas. © fos/aerzteblatt.de

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