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Ausland

Chinesin erhält nach Zwangsabtreibung 9.000 Euro Entschädigung

Mittwoch, 11. Juli 2012

Peking – Nach heftigen Protesten haben die chinesischen Behörden einer im siebten Schwangerschaftsmonat zur Abtreibung gezwungenen Frau 70.000 Yuan (rund 9000 Euro) Entschädigung gezahlt. Feng Jianmai und ihr Ehemann hätten sich mit den Behörden geeinigt, teilte ihr Anwalt Zhang Kai heute mit. Zhang kritisierte die Verein­barung. Die Familie werde über den Verlust und ihren Schmerz ein Leben lang nicht hinwegkommen. „Ihr Kind wurde getötet – dafür so wenig Geld zu zahlen, reicht nicht“, sagte er.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte die Einigung. Im Gegenzug habe sich die Familie verpflichtet, den Fall künftig auf sich beruhen zu lassen, sagte ein Beamter der Agentur. Feng, die bereits ein Kind hat, war zur Abtreibung gezwungen worden, weil sie einer Strafzahlung von 40.000 Yuan (knapp 5.000 Euro) wegen Verletzung der Ein-Kind-Politik nicht nachkommen konnte. Der Fall hatte für Empörung gesorgt, nachdem Fotos der Frau und ihres blutverschmierten toten Babys ins Internet gestellt worden waren.  

Zwei für die Zwangsabtreibung verantwortliche Beamte wurden inzwischen entlassen und fünf weitere verwarnt, weil Spätabtreibungen offiziell verboten sind. Gleichzeitig wurde das Paar massiv bedrängt und als „Verräter“ beschimpft – allgemein wurde dies als Versuch der Behörden gewertet, weitere Veröffentlichungen zu dem Fall zu verhindern. 

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Mit 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt seit den späten 70er Jahren die sogenannte Ein-Kind-Politik. In Städten lebende Paare dürfen nur ein Kind bekommen, Paare auf dem Land dürfen ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mädchen ist. Verstoßen sie gegen die Regel, müssen sie hohe Strafen zahlen. Menschenrechts­gruppen zufolge werden zahlreiche Frauen zur Abtreibung gezwungen. Diese sind allerdings nach dem sechsten Monat verboten. © afp/aerzteblatt.de

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