NewsAuslandChinesin erhält nach Zwangsabtreibung 9.000 Euro Entschädigung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Chinesin erhält nach Zwangsabtreibung 9.000 Euro Entschädigung

Mittwoch, 11. Juli 2012

Peking – Nach heftigen Protesten haben die chinesischen Behörden einer im siebten Schwangerschaftsmonat zur Abtreibung gezwungenen Frau 70.000 Yuan (rund 9000 Euro) Entschädigung gezahlt. Feng Jianmai und ihr Ehemann hätten sich mit den Behörden geeinigt, teilte ihr Anwalt Zhang Kai heute mit. Zhang kritisierte die Verein­barung. Die Familie werde über den Verlust und ihren Schmerz ein Leben lang nicht hinwegkommen. „Ihr Kind wurde getötet – dafür so wenig Geld zu zahlen, reicht nicht“, sagte er.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte die Einigung. Im Gegenzug habe sich die Familie verpflichtet, den Fall künftig auf sich beruhen zu lassen, sagte ein Beamter der Agentur. Feng, die bereits ein Kind hat, war zur Abtreibung gezwungen worden, weil sie einer Strafzahlung von 40.000 Yuan (knapp 5.000 Euro) wegen Verletzung der Ein-Kind-Politik nicht nachkommen konnte. Der Fall hatte für Empörung gesorgt, nachdem Fotos der Frau und ihres blutverschmierten toten Babys ins Internet gestellt worden waren.  

Zwei für die Zwangsabtreibung verantwortliche Beamte wurden inzwischen entlassen und fünf weitere verwarnt, weil Spätabtreibungen offiziell verboten sind. Gleichzeitig wurde das Paar massiv bedrängt und als „Verräter“ beschimpft – allgemein wurde dies als Versuch der Behörden gewertet, weitere Veröffentlichungen zu dem Fall zu verhindern. 

Anzeige

Mit 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt seit den späten 70er Jahren die sogenannte Ein-Kind-Politik. In Städten lebende Paare dürfen nur ein Kind bekommen, Paare auf dem Land dürfen ein zweites Kind bekommen, wenn das erste ein Mädchen ist. Verstoßen sie gegen die Regel, müssen sie hohe Strafen zahlen. Menschenrechts­gruppen zufolge werden zahlreiche Frauen zur Abtreibung gezwungen. Diese sind allerdings nach dem sechsten Monat verboten. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2019
Washington – Vor einer mit Spannung erwarteten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zu einem strengen Abtreibungsgesetz in Louisiana haben sich mehr als 360 Juristinnen Medienberichten
Schwangerschaftsabbrüche: US-Juristinnen wenden sich an Obersten Gerichtshof
3. Dezember 2019
Wiesbaden – Zwischen Juli und September 2019 hat es im Vergleich zum Vorjahresquartal 3,9 Prozent mehr Schwangerschaftsabbrüche gegeben. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden
Zahl der Schwangerschaftsabbrüche leicht gestiegen
2. Dezember 2019
Berlin – Das Kammergericht Berlin hat die Verurteilung einer Frauenärztin wegen unzulässiger Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft bestätigt. Damit ist die vom Amtsgericht Tiergarten verhängte
Verurteilung von Ärztin wegen Werbung für Schwangerschaftsabbruch rechtskräftig
27. November 2019
Brüssel – 700 Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern und Psychologen in Belgien haben sich gegen eine geplante Gesetzesänderung in Sachen Abtreibung gewandt. In einem in der Zeitung La Libre
Widerstand gegen neue Abtreibungsregelung in Belgien
26. November 2019
College Park – Ein Schwangerschaftsabbruch erhöht das Risiko für Frauen nicht, einen Suizidversuch zu unternehmen. Das berichten Wissenschaftler des Departments of Family Science der University of
Rate von Suizidversuchen von Frauen nach Abtreibung nicht erhöht
19. November 2019
Gießen – Die wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche angeklagte Ärztin Kristina Hänel steht bald wieder vor Gericht. Die erneute Berufungsverhandlung in dem Fall werde am 12. Dezember
Umstrittener Abtreibungsparagraf: Neuer Prozess gegen Gießener Ärztin
8. November 2019
Kiel/Flensburg – Das geplante ökumenische Zentralkrankenhaus in Flensburg kann nach Angaben von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Heiner Garg (FDP) nicht dazu gezwungen werden, Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER