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Politik

Neue Mitbewerber im Poker um Rhön-Klinikum

Samstag, 14. Juli 2012

Bad Homburg – In der privaten deutschen Kliniklandschaft brodelt es weiter gewaltig. Seit der Gesundheitskonzern Fresenius mit dem Angebot, die Rhön-Klinikum AG zu übernehmen, zunächst am Konkurrenten Asklepios gescheitert ist, sind neue Mitspieler auf den Plan getreten. So verdichten sich Anzeichen, dass sich auch der viertgrößte private deutsche Krankenhauskonzern, Sana Kliniken, bei Rhön-Klinikum in Stellung gebracht hat.

An der Rhön-Klinikum AG hält zudem mit B. Braun Melsungen offenbar auch ein Pharmawettbewerber von Fresenius Anteile. Die Sana Kliniken sollen aktuell einen Anteil von knapp drei Prozent an Rhön-Klinikum halten. Unternehmenskreise gehen aber davon aus, dass der Konzern bald die meldepflichtige Schwelle von drei Prozent überschreiten könnte. Ein anderer Insider erwartet eher, dass Sana sich vorerst noch zurückhält.

Hinter dem Klinikunternehmen Sana stehen kapitalstarke Versicherungskonzerne wie Allianz, DKV Signal und Continentale. Der Aktienkauf durch Sana soll im Einvernehmen mit den Großaktionären erfolgt sein. Der Aktionärskreis besteht insgesamt aus 31 privaten Kran­ken­ver­siche­rungen. Auch der Pharma- und Medizinproduktehersteller B. Braun Melsungen soll nach Aussage von Insidern bereits länger knapp drei Prozent von Rhön-Klinikum halten.

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Eine Sprecherin des Unternehmens sagte dazu lediglich: „Wir nehmen zu diesbe­züglichen Spekulationen keine Stellung." Bei Rhön-Klinikum gilt für wichtige Entschei­dungen eine satzungsmäßige Sperrminorität von nur zehn Prozent. Daher können Besitzer mehrerer kleiner Aktienpakete gemeinsam eine völlige Übernahme verhindern.

Vorstandschef Schneider vor schmerzhafter Entscheidung
Für den Gesundheitskonzern Fresenius wird es nun immer riskanter, ein neues Übernahmenangebot für Rhön-Klinikum zu wagen.

Ein erneutes Scheitern will Fresenius-Vorstandschef Ulf M. Schneider unter allen Umständen verhindern. Doch die Zeit drängt. Fresenius legt am 1. August seine Halbjahreszahlen vor. Dann muss der Konzern Analysten und Investoren erklären, was mit der einen Milliarde Euro aus der Kapitalerhöhung werden soll, mit der sich Fresenius auf eine Übernahme von Rhön-Klinikum vorbereitet hat. Im Markt kursieren Spekulationen, Fresenius könnte bei einem zweiten Anlauf zur Übernahme nur noch einen Kapitalanteil von 50 Prozent plus eine Aktie anpeilen.

Bislang soll eine Aufsichtsratsmehrheit aber gegen dieses Vorgehen sein. Schließlich hätte Fresenius dann mit Asklepios und Sana mindestens zwei lästige Konkurrenten bei Rhön-Klinikum mit an Bord. © dapd/aerzteblatt.de

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