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Medizin

Schützen ACE-Hemmer vor Lungenentzündung?

Montag, 16. Juli 2012

Lissabon – Eine lästige Nebenwirkung von ACE-Hemmern, der trockene Husten, könnte eine positive Seite haben. Eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345: e4260) kommt zu dem Ergebnis, dass Patienten unter ACE-Hemmer seltener an einer Pneumonie erkranken.

Zwischen 5 und 35 Prozent aller Patienten entwickeln unter einer Therapie mit ACE-Hemmern einen Husten. Er ist häufig Grund für den Wechsel auf die teueren Angiotensinrezeptorblocker (ARB). Nach Ansicht von João Costa vom portugiesischem Cochrane Center in Lissabon sollte der Wechsel nicht zu leichtfertig erfolgen. Seine Auswertung von insgesamt 37 Studien ergab nämlich: Patienten unter einer ACE-Hemmertherapie erkranken zu 31 Prozent seltener an einer Pneumonie als Patienten, die mit ARB behandelt wurden (Odds Ratio OR 0,69; 0,56-0,85).

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Auch gegenüber anderen Therapien bestand eine ähnliche starke Wirkung (OR 0,66; 0,5-0,80), für die Costa nur eine Erklärung hat. Der ständige Hustenreiz hilft dem Körper die Lunge von lästigen Erregern oder von aspiriertem Mageninhalt zu befreien.

Besonders häufig erkranken Menschen nach Schlaganfällen an einer Pneumonie. Patienten, die mit einem ACE-Hemmer statt einem ARB behandelt werden, erkrankten zu 58 Prozent seltener (OR 0,42; 0,22-0,80). Bei der Sterberate gab es dagegen keinen Unterschied zwischen ACE-Hemmern- und ARB. Beide waren mit einem niedrigeren Sterberisiko gegenüber Kontrolltherapien assoziiert. Die Fallzahlen waren aber gering und die Konfidenzintervalle weit, die Aussagekraft mithin gering.

Interessant ist auch, dass die protektive Wirkung bei Asiaten wesentlich größer ist als in anderen Ethnien, was Costa mit genetischen Unterschieden im Stoffwechsel des Angiotensin-converting Enzyms (ACE) in Verbindung bringt. Wie immer bei Meta-Analysen steht und fällt das Ergebnis mit der Qualität der Studien, die bei Costa unterschiedliche Designs (18 randomisierte kondolierte Studien, 11 Kohortenstudien und 8 Fall-Kontrollstudien) hatten. © rme/aerzteblatt.de

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