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KBV-Vorstand: Bürokratieabbau und Weiterbildung Allgemeinmedizin im Fokus

Dienstag, 17. Juli 2012

Berlin – Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bestehend aus Andreas Köhler und seiner neuen Vorstandskollegin Regina Feldmann hat heute in Berlin seine Arbeitsschwerpunkte vorgestellt. Ganz oben steht der Bürokratieabbau: „Alle strukturellen Reformen werden wenig nützen, solange Ärzte und Psychotherapeuten das Gefühl haben, dass das, was ihnen vor allem fehlt, Zeit für ihre Patienten ist. Dies zu ändern ist deshalb eines unserer wichtigsten Ziele“, sagte der der KBV-Chef Köhler.

Feldmann ist in der KBV-Spitze vor allem für den hausärztlichen Bereich zuständig. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, mehr Nachwuchsmediziner für den Hausarztberuf zu begeis­tern. „Bei den Allgemeinmedizinern sind die Zulassungszahlen insgesamt rück­läufig. Des­halb wollen wir die Weiterbildung in der ambulanten Medizin grundsätzlich und im Fach Allgemeinmedizin im Besonderen stärken und unterstützen“, sagte sie.

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Aber auch für die Hausärzte sei das Thema Bürokratie wesentlich: „Alleine die Flut an Formularen, die ich als Hausärztin regelmäßig für die verschiedenen Kostenträger aus­füllen muss, ist enorm“, so Feldmann.

Weitere wichtige Aufgaben sieht der KBV-Vorstand in der Neuausrichtung der Bedarfs­planung und der Weiterentwicklung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs. Die geria­trische Betreuung durch Hausärzte und  sozialmedizinische Aufgaben im Umfeld älterer Menschen müssen nach  Auffassung Feldmanns besser in der Gebührenordnung abgebildet werden: „Wir müssen die koordinierende Medizin fördern, nicht nur die  sprechende Medizin." 

„Ein ganz wichtiges Ziel ist außerdem die dauerhafte Trennung der Vergütungstöpfe für Haus- und Fachärzte“, sagte Köhler. Ein Problem sei in diesem Zusammenhang, dass psychotherapeutischen Leistungen bislang aus dem Facharzttopf vergütet würden. Wegen der stark wachsenden Fallzahl bei den psychischen Erkrankungen werde der  fachärztlichen Versorgung immer mehr Geld entzogen. 

Köhler wies daraufhin, dass die KBV der Politik vorgeschlagen habe, die antrags- und genehmigungspflichtige Richtlinienpsychotherapie extrabudgetär zu vergüten.Im Gegenzug sei man zu  einer Überprüfung der Richtlinienpsychotherapie bereit.  Köhler sieht Anlass zu den Hoffnung, dass eine gesetzliche Regelung noch  in eines der demnächst zur  Verabschiedung anstehenden Gesetze  aufgenommen wird. "Die bisherigen Signale deuten darauf hin, dass die Politik die Notwendigkeit hier zu handeln, erkannt hat."

Die personelle Ergänzung des KBV-Vorstandes war notwendig geworden, nachdem der bisherige hausärztliche Vorstand Carl-Heinz Müller Anfang des Jahres zurückgetreten war. Im Mai hatte eine KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung Regina Feldmann in den Vorstand gewählt. Vorher war sie Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen.

„Gemeinsam wollen wir die Rahmenbedingungen für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verbessern“, betonte Köhler heute. © hil/aerzteblatt.de

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