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Medizin

Mariendistel bei Hepatitis C wirkungslos

Mittwoch, 18. Juli 2012

Chapel Hill – Extrakte der Mariendistel werden hepatoprotektive Wirkungen nachgesagt. Das Präparat eines deutschen Herstellers konnte in einer randomisierten kontrollierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 274-282) bei der chronischen Hepatitis C jedoch keine Wirkung erzielen.

Extrakte der Mariendistel (Silybum marianum) sind als Silymarin Bestandteile mehrerer Naturheilmittel, die sich bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen großer Beliebtheit erfreuen. So gab in der HALT-C-Studie, die in den USA den Wert von Interferonen untersucht hat, jede dritte Patienten an, nebenbei Silymarin-Präparate einzunehmen.

In Laborexperimenten hat das Extrakt wiederholt eine Wirkung gezeigt. Es gab sogar Hinweise, dass die Replikation des Hepatitis-C-Virus gehemmt werden könnte. Dies veranlasste Michael Fried von der Universität von North Carolina in Chapel Hill und Mitarbeiter zu einer placebokontrollierten Studie.

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An vier Zentren nahmen 154 Patienten mit chronischer Hepatitis C teil. Bei allen hatten eine frühere Interferon-Therapie nicht zu einer anhaltenden Virussuppression (SVR) geführt und bei allen war es zu einem Anstieg der Alanin-Aminotransferase (ALT) auf 65 U/l gekommen, was dem 1,5-Fache des oberen Grenzwerts entspricht.

Die Behandlung bestand aus der Einnahme von Silymarin (Legalon 140) in den Tages­dosierung von 420 mg oder 720 mg oder in einer Placebobehandlung. Endpunkt war die Normalisierung der ALT auf 45 U/l oder weniger beziehungsweise ein Rückgang um wenigstens 50 Prozent auf weniger als 65 U/l.

Dieses Ziel erreichten nach 24 Wochen Behandlung in jedem Therapie-Arm nur 2 Patienten, wobei es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Therapie-Armen gab. Auch die HCV-Konzentration im Blut und die Lebensqualität wurden durch Silymarin nicht beeinflusst. Für Fried liefert die Studie keine Argumente für die Einnahme der Kapseln, auch wenn sich diese als gut verträglich erwiesen haben und es nicht zu einem Anstieg der Nebenwirkungen gekommen war. © rme/aerzteblatt.de

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