NewsÄrzteschaftMedizinischer Dienst rudert bei IGel-Vorwürfen zurück
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Medizinischer Dienst rudert bei IGel-Vorwürfen zurück

Montag, 23. Juli 2012

Essen – Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat die Informationen zur sogenannten Dermatoskopie aus dem Portal „Igel-Monitor“ herausgenommen. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit dem Berufs­verband der Deutschen Dermatologen.

„Viele Hautärzte bieten eine spezielle Lupenuntersuchung, eine sogenannte Dermatos­kopie, zur Früherkennung von Hautkrebs als IGeL an. Der IGeL-Monitor sieht dafür keine Basis“, hieß es in einer Stellungnahme des IGeL-Monitors vom 5. Juli. Die Hautärzte kritisierten dies als „Desinformation zum Schaden der gesetzlich Krankenversicherten“.

Laut der jetzigen Darstellung des IGeL-Monitors erhielt die Darstellung von Anfang Juli „explizit keine Bewertung, weil der IGeL-Monitor keine Grundlage dafür erkennen konnte, die Untersuchung überhaupt als IGeL anzusehen“.

Anzeige

Sobald der Hautarzt eine verdächtige Hautstelle mit dem bloßen Auge oder mit einer Lupe erkenne, werde er den Verdacht abklären, in dem er unter anderem ein Dermatoskop zu Hilfe nehme. Diese Abklärung zähle nach Ansicht der Autoren des IGeL-Monitors bereits zu den kurativen Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt würden. Allerdings werde der Einsatz des Dermatoskops nicht gesondert vergütet.

Nach Ansicht des Berufsverbandes der Hautärzte sei die Dermatoskopie aber keine vertragsärztliche Leistung und gehöre daher zu den IGeL, die Patienten selbst bezahlen müssten.

Der MDS kündigte an, diese Frage jetzt in den Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen zu bringen. Bis dahin wolle er die Auseinandersetzung aber nicht auf dem Rücken der Patienten austragen. Deshalb habe er die Stellungnahme zur Dermatoskopie von dem Portal IGeL-Monitor gelöscht. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #105660
Schanzer
am Mittwoch, 25. Juli 2012, 21:34

Dermatoskop, Stethoskop, Reflexhammer, HNO-Spiegel...

Ich plädiere dafür dass künftig Kardiologen nur noch mit dem bloßen Ohr auskultieren, die Benutzung des Stethoskops kostet extra. Auch Neurologen sollte Reflexe nur noch mit der Handkante prüfen, der Einsatz des Reflexhammers wird extra berechnet. Bei HNO-Arzt gibt es nur noch Holzspatel - der Einsatz eines HNO-Spiegels muss zusätzlich entlohnt werden...
Wegen diesen paar mickrigen Euros machen wir Ärzte uns in der Öffentlichkeit unglaubwürdig und lächerlich.
Wenn eine Profession selbst ihr elementares Handwerkszeug nur noch gegen extra Geld in die Hand nimmt ist dies schon ein Armutszeugnis für den Berufsstand.
LNS

Nachrichten zum Thema

25. August 2020
Berlin – Patienten werden in Arztpraxen oft nur unzureichend über die Bedeutung und Aussagekraft eines Antikörpertests auf SARS-CoV-2 aufgeklärt. Zu diesem Schluss kommt der Medizinische Dienst des
MDS bemängelt Aufklärung von Patienten über Corona-Antikörpertests
12. Dezember 2019
Essen – Der Igel-Monitor sieht keinen Nutzen, aber mögliche Schäden der Heidelberg Retina Tomografie (HRT) zur Glaukomfrüherkennung. Die Bewertung durch die Wissenschaftler des Monitors lautet deshalb
Glaukomfrüherkennung: Igel-Monitor bewertet HRT mit „tendenziell negativ“
30. August 2019
Berlin – Tendenziell negativ – so bewertet der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) die Optische Kohärenztomografie (OCT), die Augenärzte als Individuelle
IGeL-Monitor zur Glaukom-Früherkennung entfacht Streit
26. Februar 2019
Berlin – Mehr als jedem vierten Versicherten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (28,9 Prozent) ist in den vergangenen zwölf Monaten eine ärztliche Leistung als Privatleistung – als sogenannte
Jedem vierten Versicherten werden Privatleistungen angeboten
22. August 2018
Essen – Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten jetzt wissen, ob der M2-PK-Stuhltest Todesfälle durch Darmkrebs verhindern kann,
IGeL-Monitor sieht keine Nutzenbelege für Früherkennung von Darmkrebs mittels M2-PK-Stuhltest
3. Mai 2018
Berlin – Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat kritisiert, dass manche Ärzte ihren Patienten Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) anbieten, die den
IGeL-Leistungen laut MDS nicht in Einklang mit medizinischen Empfehlungen
21. Februar 2018
Essen – Wissenschaftler des IGel-Monitors sehen auf Basis der derzeitigen Studienlage keinen Nutzen oder Schaden einer Lichttherapie bei Akne. Eine Lichttherapiesitzung kostet als Selbstzahlerleistung
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER