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Neue Höchstwerte für chlorierte Biphenyle

Montag, 23. Juli 2012

Berlin – Eine neue Liste mit Höchstkonzentrationen für gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe hat die entsprechende Senatskommission der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) herausgegeben.

Sie enthält sogenannte MAK-Werte, die angeben wie viel eines Stoffes als Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz langfristig keinen Schaden verursacht. Darüber hinaus weist die Liste auch die Konzentration eines Stoffes im Körper aus, der ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen (BAT-Werte).

Die Liste gibt außerdem an, ob Arbeitsstoffe Krebs erzeugen, Keimzellen oder in der Schwangerschaft das Kind schädigen, Haut oder Atemwege sensibilisieren oder über die Haut aufgenommen werden. Außerdem werden die Biologischen Leit- sowie die Arbeitsstoff-Referenz-Werte (BLW- beziehungsweise BAR-Werte) beschrieben.

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Chlorierte Biphenyle (PCB) sind eine der Stoffgruppen, für die die Senatskommission neue, in diesem Fall deutlich geringere Grenzwerte als zuvor empfiehlt.

Dass PCB giftig und krebserregend sind, ist lange bekannt. Die bis in die 1980er-Jahre unter anderem als Hydraulikflüssigkeiten sowie in Kondensatoren und anderen elektronischen Bauteilen verwendeten Stoffe verbot die „Stockholmer Konvention“ bereits im Jahr 2001.

Die Senatskommission schlägt auf Basis der aktuellen Datenlage eine drastische Absenkung des MAK-Wertes für höherchlorierte Biphenyle von 0,1 auf 0,003 mg/m³ vor. Außerdem bewertet sie die Stoffgruppe als krebserzeugend. Die Einstufung in Kanzerogenitätskategorie 4 bedeutet jedoch, dass bei Einhaltung des MAK-Wertes kein Beitrag zum Krebsrisiko des Menschen zu erwarten ist.

Dasselbe gilt für die Wirkung auf Keimzellen. Für mono-, di- und trichlorierte Biphenyle konnte diesbezüglich noch kein Wert festgelegt werden. Sie bleiben weiter unter Verdacht, Krebs zu erregen. Für alle chlorierten Biphenyle gilt jedoch, dass sie während einer Schwangerschaft zu meiden sind. Erstmals steht die MAK-BAT-Werte-Liste auch im Open Access zur Verfügung.

© hil/aerzteblatt.de

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