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Neue Empfehlung zur Kennzeichnung von Spritzen in der Intensivmedizin

Montag, 23. Juli 2012

Berlin – Mit einem neuen Farbcode und einer speziellen Etikettierung von Spritzen will die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Medikationsfehler noch besser verhindern. Laut der Fachgesellschaft kam es trotz Verbesserungen immer noch zu Verwechslungen vor allem bei den häufig verabreichten Muskelrelaxantien und Benzodiazepinen. Der Grund: Das Rot der Muskelrelaxantien und das Orange der Benzodiazepine waren sich zu ähnlich.

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin plädiert seit 2009 für die ISO-Norm 26825 zur Kennzeichnung von Spritzen, sowie für deren Ergänzung durch die DIVI im Jahr 2010. Diese Empfehlungen beinhalteten sieben neue, farbkodierte Medikamentengruppen sowie den Entwurf eines für 50-ml-Spritzenpumpen geeigneten Etiketts. Damit lag erstmals ein für den gesamten akutmedizinischen Bereich einheit­liches Konzept vor. Es reichte von der Rettung, über die Notfallaufnahme und OP bis zur hin zur Intensivmedizin.

Mittlerweile verwenden nach Angaben der Etikettenhersteller mehr als 1.000 deutsche Krankenhäuser und Rettungsdienste Spritzenetiketten, die sich an der ISO-Norm 26825 und deren Ergänzung durch die DIVI orientieren.

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Mit der neuen und aktualisierten Empfehlung reagiert die DIVI jetzt auf Meldungen von Beinahe-Fehlern in sogenannten Critical-Incident-Reporting-Systemen (CIRS). „Hervorzuheben ist hier vor allem das ‚cirsmedical‘ der deutschen Ärzteschaft. Die dort berichteten Beinahe- Zwischenfälle haben einige Schwachstellen aufgezeigt“, hieß es aus der DIVI.

Die aktuellen Empfehlungen weichen nun auch in einigen Fällen von den Vorgaben der ISO 26825 ab. So wurde der Farbcode für nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien von reinem Rot auf ein zweifarbiges Rot/Weiß geändert. Eine weitere wesentliche Verbesserung ist auch die Einführung des sogenannten Tall-Man-Lettering-Prinzips. Vorbild ist hier die US-amerikanische Food and Drug Administration. Bei ähnlich aussehenden Namen wie Nifedipin und Nicardipin werden bestimmte Buchstaben jetzt groß geschrieben. Das erhöht die optische Unterscheidbarkeit: „NIFEdipin“ und „niCARdipin“.

Außerdem soll die Medikationssicherheit künftig mittels technischer Unterstützung steigen: Ein sogenannter DSEC (DIVI-Spritzen-Etiketten-Code) ermöglicht eine standardisierte Kodierung des Wirkstoffs, dessen Konzentration sich in der aufgezogenen Lösung und der Einheit der Konzentrationsangabe befindet. Diese Informationen können von einer Kamera eingelesen werden und stehen dann in elektronischer Form sowohl zum Sicherheitscheck als auch zur weiteren Datenverarbeitung zur Verfügung.

© hil/aerzteblatt.de

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