NewsPolitikKrankenkassen fordern besseren Patientenschutz bei Medizinprodukten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen fordern besseren Patientenschutz bei Medizinprodukten

Dienstag, 24. Juli 2012

Berlin – Einen besseren Schutz der Patienten bei der Versorgung mit Medizinprodukten fordern die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Dies gelte insbesondere für Zulassungsstudien und Produktbeobachtungen nach Markteinführung.

Anlass der Forderung ist, dass die Kassen sich mit dem Hersteller von Hüftendopro­thesen­systemen DePuy über die Bedingungen geeinigt haben, nach denen der Her­steller bestimmte Hüftgelenksysteme zurückruft und die Kosten dafür erstattet. Dies war nötig geworden, nachdem unter anderem in England beobachtet worden war, dass diese Systeme gehäuft zu Wechseloperationen geführt haben. DePuy nahm diese Hüftgelenke daraufhin im August 2010 vom Markt.

Der amerikanische Mutterkonzern von DePuy, Johnson & Johnson, hat schriftlich erklärt, dass der Konzern den Vorgang ernst nimmt und bekräftigt, dass DePuy in der Lage sein wird, den durch den Produktrückruf entstandenen Verpflichtungen nachzukommen, berichten die Krankenkassen-Verbände. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #654549
MPG_Nutzer
am Mittwoch, 25. Juli 2012, 14:23

Reflexartiger ruf nach schärferen Regularien

Wichtig hierbei ist, dass nicht alle Medizinprodukte gleichgesetzt werden. Es gibt verschiedene Risikoklassen. Für Implantaten die längere Zeit im menschlichen Körper bleiben, ist die höchste Risikoklasse vorgesehen. Die Anforderungen an die Zulassung dieser MP sind sehr hoch. Es ist allen bewusst, dass der PIP Skandal kriminelle Energie als Ursache hatte. Eine Forderung nach mehr Zuslassungsauflagen sollte nicht die Lösung sein. Mit dem Marktüberwachungssystem der Hersteller wurde im obigen Fall eine Häufung von Fehlern entdeckt. Es zeigt, dass die Marktüberwachung funktioniert. Daher sollte nicht reflexartig nach schärferen Überwachungen gerufen werden, solbald ein Fehler auftritt. Bitte sehen Sie dazu die verschiedenen Stellungnahmen, besonders der Industrieverbände, im Bundestag:
http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a14/anhoerungen/y_MPG/Stellungnahmen/index.html
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER