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Politik

Verbraucherschutz­ministerium will Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung eindämmen

Donnerstag, 26. Juli 2012

dapd

Berlin ­– Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) soll künftig dazu ermächtigt werden, Antibiotika, die für die Humanmedizin von Bedeutung sind, in der Tierhaltung zu verbieten. Das geht aus dem Entwurf eines „Sechzehnten Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes“ aus dem BMELV hervor. Bislang kann der Tierarzt im Einzelfall darüber entscheiden, ob bestimmte Antibiotika umgewidmet, also abweichend von ihrer Zulassung, zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt werden dürfen.

„Die Umwidmung bestimmter Antibiotika kann die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen fördern, zum Beispiel die Umwidmung der für die Humanmedizin wichtigen Gruppen der Fluorchinolone und Cephalosporine“, heißt es in dem Gesetzentwurf. Die Anwendung dieser Antibiotika stehe im Zusammenhang mit der Entstehung des Resistenzphänomens ESBL („extended spectrum β-Lactamases“).

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Mit der Änderung des Arzneimittelgesetzes will das Verbraucherschutzministerium den Einsatz von Antibiotika bei der Haltung von Tieren reduzieren und einen verant­wortungsvolleren Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung fördern, um die Entstehung von Resistenzen zu minimieren. Zudem soll die Anwendung von Antibiotika bei Tieren besser überwacht werden.

Konkret will das Ministerium künftig die Einhaltung bestimmter Vorgaben der Packungs­beilagen mittels einer Rechtsverordnung vorschreiben und damit die Therapiefreiheit des Tierarztes begrenzen.

Ihnen möchte das Ministerium künftig auch vorschreiben können, ein sogenanntes Antibiogramm zu erstellen oder erstellen zu lassen, mit dem die Empfindlichkeit von Bakterien bestimmt werden kann. Auf diese Weise könne die Infektion mit dem wirksamsten Antibiotikum behandelt werden, heißt es in dem Gesetzentwurf.

Darüber hinaus möchte das Ministerium künftig vorschreiben dürfen, dass bestimmte Antibiotika nur durch den Tierarzt selbst angewendet werden dürfen, zum Beispiel wenn sie „wiederholt in erheblichem Umfang nicht bestimmungsgemäß gebraucht werden“ oder wenn sie innerhalb eines Betriebes überdurchschnittlich häufig angewandt wurden. © fos/aerzteblatt.de

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