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Medizin

Ebola in Uganda vermutlich unter Kontrolle

Montag, 30. Juli 2012

Genf – Im Westen Ugandas ist es zu einem Ausbruch der Ebola gekommen. In einem Dorf im Distrikt Kibaale waren bis zum Wochenende 20 Menschen erkrankt, von denen 14 gestorben sind, darunter offenbar eine Ärztin. Dies teilte die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mit, die aber derzeit keinen Grund für Reisewarnungen sieht.

So gefährlich das Ebola-Fieber für die Infizierten ist, so schnell gelingt es in der Regel die Epidemie einzudämmen, wenn die Ursache gefunden wurde. Die Voraussetzungen hierfür wurden in der vergangenen Woche geschaffen, als Laboruntersuchungen am Uganda Virus Research Institute in Entebbe den Verdacht bestätigten.

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Das ugandische Ge­sund­heits­mi­nis­terium hat mit Unterstützung der WHO und den US-Centers for Disease Control and Prevention in einem Krankenhaus in Kibaale eine Isolierstation eingerichtet. Mitarbeiter von Médecins Sans Frontières (MSF) sind ebenfalls im Einsatz.

In Kibaale werden derzeit zwei Patientinnen behandelt, teilte die WHO am Wochenende mit. Bei der ersten Patientin handelt es sich um die 38-jährige Schwester einer Ärztin („clinical officer“), die sich beim Index-Patienten angesteckt hatte. Die Ärztin und ihre vier Jahre alte Tochter sind am hämorrhagischen Fieber gestorben. Die zweite jetzt isolierte Patientin hatte sich bei der Beerdigung  infiziert. Die Vorbereitung der Leiche ist ein bekannter Übertragungsweg. Beide Patientinnen sind an Fieber mit Erbrechen und Durchfall und abdominalen Schmerzen erkrankt. Es ist aber bisher nicht zu Blutungen gekommen, die die Prognose der Erkrankung bestimmen.

Zu den Opfern gehören neben dem Index-Patienten noch acht weitere Mitglieder der Familie, alle Einwohner der Ortschaft Nyanswiga. Das Ebola-Virus wurde 1976 im Uganda benachbarten Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) entdeckt. Damals starben 280 Menschen. Seither ist es immer wieder zu kleineren Epidemien gekommen. In Uganda starben zuletzt 2007/2008 37 Menschen bei einem Ausbruch. Die größte Zahl von Opfern gab es 2000/2001 mit 224 Todesfällen. Die Gesamtzahl der Infizierte gibt die WHO mit 1.850 Menschen an, von denen mehr als 1.200 gestorben sein sollen.

Das Ebolavirus gehört zur Familie der Filoviridae. Es gibt fünf Spezies, von denen drei (Zaire, Sudan und Bundibugyo) mit einer hohen Letalität (bis zu 90 Prozent) verbunden sind, während Infektionen mit der Species Côte d’Ivoire milde verlaufen und die Spezie Reston offenbar keine Erkrankung verursacht. Das natürliche Reservoir der Ebola-Viren wurden bisher nicht gefunden. Im Verdacht sind Gorillas, Schimpansen, aber auch Antilopen und Stachelschweine sowie Fledermäuse. © rme/aerzteblatt.de

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