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Medizin

Shared Decision Making spart Antibiotika ein

Dienstag, 31. Juli 2012

dapd

Québec – Viele unnötige Antibiotikaverordnungen lassen sich vermeiden, wenn die Patienten in die Therapieentscheidung einbezogen werden. Ein Shared Decision Making-Modell hat in einer randomisierten klinischen Studie im Canadian Medical Association Journal (2012; doi: 10.1503/cmaj.120568) den Einsatz von Antibiotika bei oberen Atemwegsinfektionen halbiert.

Obwohl die Mehrzahl der oberen Atemwegsinfektionen viraler Genese ist, erhalten viele Patienten Antibiotika. Schuld an der Misere sind nicht allein die Ärzte, die Medikamente unkritisch verordnen, sondern auch die Patienten, die mit einer Anspruchshaltung an den Arzt herantreten, das vermeintlich beste Mittel, ein Antibiotikum, zu erhalten.

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Eine verbesserte Kommunikation und die Einbeziehung des Patienten in die Therapieentscheidungen (Shared Decision Making) könnte den Knoten lösen. Das Team um France Légaré von der Université Laval, Québec, hat hierzu ein Fortbildungskonzept für Haus- und Familienärzte entwickelt, das nach einer Pilotstudie noch einmal überarbeitet wurde: „DECISION+2“ besteht auf einem zweistündigen web-basierten Tutorial und einem zweistündigen „Life“-Workshop. Vorgesehen sind zudem spätere „Erinnerungen“.

Die Hausärzte werden geschult, mit dem Patienten die unklare virale oder bakterielle Genese von oberen Atemwegsinfektionen zu besprechen, neben dem Nutzen auch auf die Risiken von Antibiotika hinzuweisen, um dann dem Patienten die Entscheidung mit zu überlassen, ob er Antibiotika einsetzen möchte oder nicht.

In einer randomisierten Studie trafen 181 Patienten auf Hausärzte, die die Shared Decision Making-Fortbildung absolviert hatten, während die anderen 178 Patienten von nicht-geschulten Ärzten betreut wurden. Wie Légaré berichtet, senkte die Fortbildung den Anteil der Patienten, die Antibiotika einnahmen (primärer Endpunkt der Studie) von 52,2 auf 27,2 Prozent, was in der adjustierten Analyse mehr als eine Halbierung der Antibiotikaverordnungen (relatives Risiko 0,48; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,34-0,68) bedeutete.

Die Patienten wurden zwei Wochen später kontaktiert und laut Légaré gab es keinen Hinweis darauf, dass der Verzicht auf die Antibiotika den Patienten geschadet hat. Die Kombination auf der Internettraining und konventioneller Fortbildung haben sich nach Ansicht von Légaré als ein effektives Instrument erwiesen, um das Verordnungsverhalten der Hausärzte zu verändern.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #98372
Thelber
am Mittwoch, 1. August 2012, 21:25

Das mache ich schon eine ganze Weile so.

Oder so ähnlich. Es ist erstaunlich, wie viele Patienten sich dafür entscheiden zu zu warten und ggf. lieber noch einmal in die Praxis kommen. Was uns beiden (Arzt & Patient) manchmal ganz gut bei dieser Entscheidung hilft, das ist ein CRP-Schnelltest.
LNS

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