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Politik

Krankenhäuser behandeln aus medizinischer Notwendigkeit

Donnerstag, 2. August 2012

Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wehrt sich gegen Vorwürfe, die Kliniken in Deutschland würden medizinisch nicht notwendige Behandlungen erbringen, um ihre Erlöse zu steigern. „Die Durchführung der stationären Behandlungen und stationären Operationen erfolgt nach den medizinischen Notwendigkeiten und den hervorragenden medizinischen Möglichkeiten in der Bundesrepublik Deutschland“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum heute in Berlin.

Nach der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) lehnte auch Baum Zertifikate-Handel für Opera­tionen ab, wie ihn die Krankenkassen propagieren. „Krankenhäuser sind keine Industrie­unternehmen. Medizinische Behandlung ist individuell patientenorientiert und keine Handelsware“, sagte Baum. Ein Zertifikatehandel sei der „Endpunkt sozialverant­wortlicher Positionierungen“. Dahinter stehe der Versuch der Krankenkassen, den Zugang zur medizinischen Versorgung zu rationieren und sich aus der individuellen Verantwortung gegenüber ihrem Versicherten zu stehlen.

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Schon gestern hatte der Präsident der BÄK, Frank Ulrich Montgomery, den Forderungen der Krankenkassen nach einem Zertifikatehandel für Krankenhausoperationen eine deutliche Absage erteilt. „OP-Zertifikate sind eine perverse Idee“, sagte Montgomery dem Handelsblatt.

OP-Zertifikate hatten die AOK und der Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV-Spitzenverband) vorgeschlagen. „Wir sollten das zumindest ernsthaft prüfen“, sagte der neue Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann, dem Handelsblatt vom Montag

Derzeit vereinbaren die Krankenhäuser mit den Kassen Budgets. Überschreitet eine Klinik die vereinbarten Mengen, wird jede weitere Leistung über Mehrleistungsabschläge geringer vergütet. Die Idee für die Zertifikate ist nun, auf diese bis 2014 befristeten Abschläge zu verzichten und stattdessen die Kliniken zu verpflichten, für ihre Mehrleistungen Zertifikate von anderen Kliniken zu kaufen, die ihre Leistungsmenge nicht ausschöpften.

Der BÄK-Präsident warnte indes davor, den starken Anstieg bei Hüft- und Knie-OPs vorschnell als unnötige Operationen zu verurteilen. Stattdessen forderte er die Kassen auf, „erst einmal gemeinsam mit uns Ärzten sauber zu analysieren, ob tatsächlich in Deutschland zu viel operiert wird“. © hil/dapd/aerzteblatt.de

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