NewsMedizinAutoantikörper schädigen Blutgefäße im Gehirn
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Autoantikörper schädigen Blutgefäße im Gehirn

Donnerstag, 2. August 2012

Berlin – Autoantikörper gegen Alpha1-Adrenerge-Rezeptoren können Blutgefäße im Gehirn schädigen. Das berichten Wissenschaftler um Marion Bimmler vom Max-Del­brück- Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und Peter Karczewski von der Biotechfirma E.R.D.E.-AAK-Diagnostik GmbH in dem Open-Access-Journal PloS ONE (doi:10.1371/journal.pone.0041602).

Bimmler und ihre Mitarbeiter konnten zeigen, dass diese Autoantikörper an Alpha1-Adrenerge-Rezeptoren von Blutgefäßzellen binden und sie dabei dauerhaft stimulieren. Dabei erhöht sich die Konzentration von Calciumionen in der Zelle, die Gefäßwände verdicken sich und die Durchblutung des Gehirns wird gestört.

Anzeige

In einer ersten klinischen Studie mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben die Forscher bei einer kleinen Zahl von Patienten mit Alzheimer oder vaskulärer Demenz diese Autoantikörper aus dem Blut entfernt. Bei den mit der Blutwäsche behandelten Patienten verbesserten sich in einem Beobachtungszeitraum von bisher sechs und zwölf Monaten die Gedächtnisleistungen und ihre Fähigkeiten, den Alltag zu bewältigen.

Im Gegensatz dazu verschlechterte sich der Zustand der nicht behandelten Patienten, die weiterhin Autoantikörper im Blut hatten, im gleichen Zeitraum. Jetzt planen die Forscher weitere klinische Studien mit größeren Patientenzahlen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. November 2020
Berlin – Jeder zweite stationär gepflegte Demenzpatient erhält Neuroleptika zur Beruhigung. In der ambulanten Pflege ist es jeder Dritte. Das geht aus dem Demenzreport 2020 der Handelskrankenkasse
Demenzpatienten erhalten weiter häufig Neuroleptika
9. November 2020
Silver Spring/Maryland – Die Chancen, dass mit dem Antikörper Aducanumab in den USA nach 17 Jahren im nächsten Frühjahr erstmals ein neues Medikament zur Behandlung des Morbus Alzheimer zugelassen
Morbus Alzheimer: Externe FDA-Berater lehnen Zulassung von Aducanumab ab
29. Oktober 2020
Boston – US-Senioren, die höheren Feinstaubkonzentrationen an ihrem Wohnort ausgesetzt waren, erkrankten in einer Kohortenstudie in Lancet Planetary Health (2020; DOI: 10.1016/S2542-5196(20)30227-8)
Studie: Feinstaub erhöht Risiko auf Alzheimer und Parkinson
23. Oktober 2020
Seoul – Eine Katheterablation, die ein Vorhofflimmern häufig dauerhaft beseitigt, könnte die Patienten möglicherweise eher vor einer Demenz schützen als eine langfristige orale Antikoagulation. Dies
Vorhofflimmern: Katheterablation senkt Demenzrisiko
19. Oktober 2020
Bonn/Bochum – Bei einer genetischen Veranlagung für die altersbedingte Form der Alzheimer-Erkrankung sind bereits im jungen Erwachsenenalter bestimmte Anzeichen der Erkrankung nachweisbar. Das
Alzheimer-Risikogen beeinflusst Gedächtnisfunktionen junger Erwachsener
14. Oktober 2020
Tübingen – Ablagerungen eines Proteins namens „Medin“ verringern die Elastizität von Blutgefäßen und sind daher ein Risikofaktor für vaskuläre Demenz. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen
Proteinablagerungen im Gehirn möglicherweise Risikofaktor für vaskuläre Demenz
8. Oktober 2020
Hannover – Die Signalübertragung durch Serotoninrezeptoren spielt offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung sogenannter Tauopathien, also von neurodegenerativen Erkrankungen, in deren
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER