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Urologen: Operation des Prostatakarzinoms gegen aktive Beobachtung abwägen

Freitag, 3. August 2012

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat angesichts der Diskussion um die richtige Behandlung eines Prostatakarzinoms dafür plädiert, umfassend über potentielle Risiken und Chancen einer aktiven Therapie gegenüber einer abwartenden Haltung aufzuklären. Patienten mit einem niedrigen Risiko würden von den Urologen sowohl über Operationen und Bestrahlungen informiert als auch über alternative Vorgehensweisen wie etwa eine aktive Beobachtung.

„Die sichere Abwägung zwischen Beobachtung und Operation bleibt dabei schwierig, und eine umfangreiche und komplexe Beratung und Aufklärung ist notwendig“, heißt es in einer Stellungnahme der DGU und der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft (AUO). Bereits vor einigen Wochen hatte DGU-Präsident Axel Schroeder im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt darauf hingewiesen, dass eine Operation nicht in jedem Fall die beste Therapieoption darstelle.

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Eine amerikanische Studie hat nun ergeben, dass bei Prostatakarzinomen eine radikale Prostatektomie im ersten Jahrzehnt nach der Operation keine signifikanten Vorteile gegenüber einer abwartenden Haltung bietet.

In ihrer Stellungnahme hoben DGU und AUO die Bedeutung des PSA-Screenings hervor: „In Anbetracht der anhaltend hohen Mortalität des Prostatakarzinoms als dritthäufigste Krebstodesursache beim Mann und der insgesamt steigenden Lebenserwartung scheint die grundsätzliche Ablehnung von Früherkennung mittels PSA-Testung und gegebenenfalls aktiver, kurativer Therapie in der Medienberichterstattung zynisch.“

Der PSA-Test sei nach wie vor das wichtigste Instrument für die Früherkennung von Prostatakrebs. Und alle Daten aus kontrollierten Studien zeigten, dass es sich lohne, bei jüngeren Männern frühzeitig ein potentielles Karzinom zu finden und es, wenn nötig, aggressiv zu therapieren.

DGU und AUO verwiesen darauf, dass die Früh- und Spätkomplikationen der verschiedenen Therapieoptionen bisher nicht sauber erfasst seien. Um dies zu ändern, werde nun die sogenannte PREFERE-Studie durchgeführt, deren Ziel es sei, Nutzen und Nebenwirkungen der etablierten Therapieformen in Erfahrung zu bringen. © fos/aerzteblatt.de

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