NewsAuslandPrivate Pflegeanbieter im Nordosten warnen vor Pflegedienststerben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Private Pflegeanbieter im Nordosten warnen vor Pflegedienststerben

Freitag, 3. August 2012

dapd

Berlin – Vor einem möglichen bundesweiten Pflegedienststerben hat heute der Bundes­verband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) gewarnt. Grund ist ein am Mittwoch in Mecklenburg-Vorpommern in Kraft getretenes Vergütungssystem für ambulante Pflege­dienste, das den Diensten nach eigenen Angaben bis zu 25 Prozent Einbußen beschert. „Wenn das System Schule macht, droht ein Flächenbrand“, warnte der Präsident des bpa, Bernd Meurer, in Berlin.

Der neue Abschluss in dem Bundesland könne ein „Pilotprojekt“ der Kassen darstellen, sagte Meurer. „Jeder AOK-Vorsitzende und Landeskrankenkassen-Chef gerät damit unter Zugzwang“, fügte er hinzu. Die Chefs der betroffenen Krankenkassen AOK Nordost, IKK Nord und BKK Nordwest seien in den Verhandlungen „nur noch als Kostenmanager“ aufgetreten, kritisierte er.

Anzeige

Vergütung „unter Mindestlohnniveau“
Meurer forderte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) auf, Stellung für die mecklenburgischen Pflegedienste zu beziehen. Bahr solle sich „nicht hinter Zuständigkeiten verstecken“ und den öffentlichen Druck auf die drei betroffenen Krankenkassen erhöhen.

Laut Meurer müssen die ambulanten Pflegeanbieter in Mecklenburg-Vorpommern mit dem neuen Vergütungssystem „unter Mindestlohnniveau arbeiten“. „Die Vergütung ist scharf an der Grenze des moralisch Zumutbaren“, sagte er. Zu erwarten sei in dem Land zunächst eine Abwanderung von Fachkräften in andere Bundesländer.

Pflegedienste fordern neue Verhandlungen
Der bpa fordert nun neue Verhandlungen mit den Krankenkassen. Der Verband erhofft sich Unterstützung durch öffentlichen Druck. Nach Angaben des bpa sind in Mecklen­burg-Vorpommern in den vergangenen Wochen rund 7.000 Menschen gegen das Vergütungssystem auf die Straße gegangen.

Die am Mittwoch in dem Bundesland in Kraft getretenen neuen Leistungssätze der drei Krankenkassen sind das Ergebnis eines bis Ende 2013 gültigen Schiedsspruches. Dieser sollte eigentlich eine Auseinandersetzung zwischen den Diensten und den drei Krankenkassen beilegen. Hauptgrund für die Einbußen der Pflegedienste ist nach Angaben des bpa ein neue pauschale Abrechnungsweise. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. November 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will 290 Millionen Masken aus Bundesbeständen an Pflegeheime und ambulante Pflegedienste verschicken, um Pflegekräfte und Pflegebedürftige in der
290 Millionen Masken für Pflegedienste und Heime
6. Mai 2020
Kiel – Ein alternatives Finanzierungsmodell für die ambulante Pflege erprobt ein neues Modellprojekt in Schleswig-Holstein. Die Pflegekräfte werden nicht einzeln für erbrachte Leistungen, sondern
Neues Modell zur ambulanten Pflege in Schleswig-Holstein finanziert Stundensätze
14. April 2020
Kassel/Wiesbaden − Die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 verschärft auch die Situation in der häuslichen Pflege von unheilbar kranken Kindern. „Viele Familien kämpfen täglich gegen die
Coronavirus und schwerkranke Kinder: „Es gibt dafür kein Szenario“
25. März 2020
Berlin − Der Wegfall osteuropäischer Pflegekräfte in der Coronakrise führt nach Angaben von Verbänden zu dramatischen Engpässen in der häuslichen Pflege. „Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen
Massive Engpässe bei häuslicher Pflege wegen Ausfalls osteuropäischer Helfer
20. Februar 2020
München – Die Barmer hat sich für mehr Transparenz bei betreutem Wohnen sowie bei Wohngemeinschaften (WGs) für Pflegebedürftige ausgesprochen. Zum Schutz der Bewohner sollte mehr Transparenz über die
Barmer bemängelt fehlende Transparenz bei Pflege-Wohngemeinschaften
11. Februar 2020
Düsseldorf – Die Grünen wollen in Nordrhein-Westfalen (NRW) weg von der Pflege in Großeinrichtungen hin zu ambulanten Angeboten zu Hause oder in neuen selbstbestimmten Wohnformen. Einen entsprechenden
Grüne in NRW wollen Vorrang für ambulante Pflege
4. Dezember 2019
Düsseldorf – Der Hausärzteverband Nordrhein und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) wollen eine flächendeckende Kooperation zur vernetzten Versorgung von Pflegebedürftigen –
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER