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Lage in südsudanischen Flüchtlingslagern katastrophal

Freitag, 3. August 2012

dpa

Juba/Berlin – Auf die bedrückende Situation in Flüchtlingslagern im Südsudan hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hingewiesen. „Die Zahl der Kinder, die im Flüchtlingslager Yida sterben, ist erschreckend. Auch die 1.200 akut mangelernährten Kinder, die wir in unserem Ernährungsprogramm im Lager Batil behandeln, sind nur die Spitze des Eisberges“, berichtet André Heller-Pérache, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen.

Im Lager Yida leben im Augenblick 55.000 Flüchtlinge. Eine aktuelle epidemiologische Erhebung von Ärzte ohne Grenzen in den Monaten Juni und Juli zeigt eine Sterblichkeitsrate der unter Fünfjährigen von vier Toten pro 10.000 Kindern. Dieser Wert ist das Doppelte des Schwellenwerts, ab dem von einer akuten Krisensituation gesprochen wird. In dem Lager sterben laut Ärzte ohne Grenzen fünf Kinder pro Tag.

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Im Lager Batil, in dem derzeit 34.000 Menschen leben, zeigen die vorläufigen Ergebnisse einer anderen Studie von Ärzte ohne Grenzen eine Mangelernährungsrate bei Kindern von 27,7 Prozent. Die Rate schwerer akuter Mangelernährung liegt bei rund zehn Prozent. Das ist das Fünffache des Schwellenwerts für akute Krisen. Noch weitaus schlimmer ist der Wert der Kinder unter zwei Jahren: 44 Prozent von ihnen sind mangelernährt, davon 18 Prozent schwer.

„Mit der Regenzeit haben sich die Lager für die Flüchtlinge in einen Albtraum verwandelt“, sagte Bart Janssens, Leiter der Projekte in Brüssel. Die Zugangsstraßen seien kaum passierbar und die Teams hätten Mühe, Bedingungen zu schaffen, unter denen die Menschen leben könnten. „Wenn wir vermeiden wollen, dass noch viel mehr Kinder lebensbedrohlich erkranken, müssen humanitäre Akteure ihre Hilfe ausbauen – besonders im Wasser- und Sanitärbereich, da Durchfall die häufigste Todesursache in den Lagern ist“, so Janssens.   hil © hil/aerzteblatt.de

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