NewsMedizinAntidepressiva setzen Spermienqualität herab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Antidepressiva setzen Spermienqualität herab

Freitag, 3. August 2012

Bonn – Anbieter von Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) sollen künftig in den Beipackzetteln ihrer Medikamente auf eine reversible Beeinträchtigung der Spermien­qualität hinweisen. Dies fordert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in einem Stufenplanverfahren.

Einen Beleg für eine Unfruchtbarkeit gebe es allerdings nicht, heißt es in einem Schrei­ben an die Hersteller, die jetzt vier Wochen Zeit für einen Widerspruch haben. Andernfalls müssten Fach- und Gebrauchsinformationen geändert werden. Das BfArM setzt eine Empfehlung des Pharmakovigilanz-Arbeitsgruppe (PhVWP) der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) um.

Anzeige

Betroffen sind Medikamente mit den Wirkstoffen Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin. Die PhVWP hatte die Empfehlung mit den Ergebnissen tierexperimenteller Studien begründet.

Fallberichte in Zusammenhang mit einigen SSRIs hätten allerdings gezeigt, dass die Wirkung auf die Spermienqualität beim Menschen reversibel ist. Besorgte Patienten sollten deshalb keinesfalls die Medikamente eigenmächtig absetzen, sondern sich zunächst an einen behandelnden Arzt wenden. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2020
Stockholm – Eine Minderheit von Patienten, die mit Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) behandelt wird, neigt möglicherweise zu kriminellen Handlungen. Dies kam in
SSRI-Antidepressiva könnten Gewalttätigkeit einiger Patienten erhöhen
25. Mai 2020
Hannover – Die Zahl der Menschen mit diagnostizierten depressiven Episoden steigt. Wie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) heute in Hannover mitteilte, ist bundesweit mittlerweile fast jeder achte
Kasse weist auf mehr depressive Episoden hin
25. Februar 2020
Göttingen – Antikörper, die körpereigene Strukturen angreifen, sind Ärzten als Ursache von Autoimmunerkrankungen bekannt. Ein Autoantikörper gegen den NMDA-Rezeptor, der nach Hirnverletzungen oder
Studie: Autoantikörper können nach chronischem Stress Depressionen lindern
12. Februar 2020
Dallas – Eine computergestützte Analyse des Elektroenzephalogramms (EEG) könnte künftig vorhersagen, ob ein Patient mit Major-Depression auf eine medikamentöse Therapie anspricht. Grundlagen der
EEG-Signatur macht Wirksamkeit von Antidepressiva vorhersehbar
24. Januar 2020
York – Unter dem Titel „Are there effective medications for treating depression that does not improve with the first medication used?“ hat die Cochrane Common Mental Disorders Group die Möglichkeiten
Cochrane untersucht Zweitlinientherapie der Depression
13. Dezember 2019
Edinburgh – Es gibt im Augenblick keine zuverlässigen Hinweise darauf, dass die routinemäßige Gabe von Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor, SSRI) die
Cochrane-Review: Serotonin-Wiederaufnahmehemmer nach Schlaganfall
28. Februar 2019
Hannover – Antidepressiva werden immer häufiger ärztlich verordnet. Das ergab eine Auswertung der rund 1,7 Millionen Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Laut der heute in Hannover
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER