NewsÄrzteschaftBayerns Fachärzte beklagen fragwürdige Kunderwerbung der Kassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bayerns Fachärzte beklagen fragwürdige Kunderwerbung der Kassen

Montag, 6. August 2012

Neumarkt – Der Bayerische Facharztverband (BFAV) hat die jüngsten Gesundheitsan­gebote der Krankenkassen scharf kritisiert. Die von den Krankenkassen gebunkerten Überschüsse verursachten in den Chefetagen offenbar „Kreativkrämpfe mit skurrilen Ergebnissen“ zur Gewinnung neuer Kunden, sagte BFAV-Sprecher Wolfgang Bärtl.

Darunter befände sich, neben der harmlosen Feldenkrais-Bewegungstherapie, auch die Behandlung mit Eigenurin. Für Bärtl sind diese Angebote der Krankenkassen „ein Hokuspokus für Wundergläubige“. „Während Krankenkassen Versichertengelder ungefragt und von der Politik und Aufsicht unbeanstandet mit vollen Händen für fragwürdige Therapien oder unsinnige PR-Gags wie Granulat-Hantel-Walking ausgeben, werden medizinisch sinnvolle Maßnahmen wie die optische Kohärenz-Tomographie zur Vermeidung von Erblindungen oder die Knochendichtemessung zur Verhinderung von schweren schmerzhaften und in der Behandlung kostenverursachenden Brüchen seit Jahren als IGeL-Leistungen diffamiert und Ärzte als Geldschneider abgeurteilt“, kritisierte Bärtl.

Medizinisch fragwürdige Angebote würden anscheinend allein deshalb gefördert, weil sie von den Krankenkassen selbst gesteuert werden. Dies zeige ein tiefsitzendes Misstrauen gegen die Ärzteschaft, so Bärtl. Der BFAV-Sprecher betonte demgegenüber, dass der Haus- und Facharzt seinem Patienten in der Verantwortung wohl näher stehe als ein „Kassenbürokrat ohne jede medizinische Kenntnisse“. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #104249
Senbuddy
am Dienstag, 7. August 2012, 13:49

Das ließe sich alles regeln...

...wenn man von gesetzlicher Seite die GKVen mal in ihre Schranken verweisen würde. Das "G" in GKV heißt immer noch "Gesetzlich". Und Gelder für Dinge außerhalb der gesetzlichen Grundleistungen rauszuwerfen, sollte den Kassen desahlb ganz einfach verboten werden.

Und wer dann als Patient trotzdem derart Überflüssiges haben will, kann es sich selbst kaufen. Aber dann bitte aus eigenem Geld oder über allein bezahlte private Zusatzversicherungen.

Aber auch der Verkauf privater Zusatzversicherungen sollte den GKVen als "Körperschaften des öffentlichen Rechtes" verboten werden. So dass sie nicht auch noch üppige Provisionen für medizinischen Unsinn verdienen.

Viele Grüße
S.
Avatar #103970
DöringDöring
am Montag, 6. August 2012, 22:16

fragwürdige Kunderwerbung der Kassen

Das die Ärzteverbände so etwas zulassen zeugt von ihrer Schwachheit. Überall muss im Gesundheitswesen gespart werden und dann wird für so ein Mist, den natürlich einige Ärzte aus Geldgier mitmachen, Geld zum Fenster rausgeschmissen. Einfach nur schlimm.
LNS

Nachrichten zum Thema

6. Dezember 2019
Berlin – Die Krankenkassen haben ihre Rücklagen abgeschmolzen, um Vorgaben des Gesetzgebers nachzukommen. Das teilte heute das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) über die sogenannten KV-45-Zahlen
Krankenkassen schmelzen Rücklagen ab
29. November 2019
Berlin – Der Bundestag hat den Haushaltsplan des Bundes für 2020 beschlossen. Vorgesehen sind Ausgaben in Höhe von 362 Milliarden Euro. Das sind 5,6 Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr. Zuvor
Bundestag beschließt Haushalt
21. November 2019
Gütersloh – Die Bertelsmann-Stiftung setzt sich für einen „Generationenausgleich“ innerhalb des solidarischen Systems der Pflegeversicherung gefordert. Angesichts der sich abzeichnenden Mehrausgaben
Finanzierung der Pflege durch Ausbau des Pflegevorsorgefonds angeregt
19. November 2019
Kassel – Wenn nach einer Krankenhausbehandlung ein Platz für die geplante Reha nicht rechtzeitig verfügbar ist, können Patienten, wenn nötig, so lange im Krankenhaus bleiben. Es handelt sich quasi um
Krankenkasse muss Wartezeit auf Rehaplatz bezahlen
18. November 2019
Meseberg – Betriebsrentner in Deutschland werden ab dem kommenden Jahr von Beiträgen für die Krankenkasse entlastet. Das Bundeskabinett beschloss heute in Meseberg einen entsprechenden Gesetzentwurf
Betriebsrentner müssen weniger Krankenkassenbeiträge bezahlen
18. November 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn plant einen breiten Dialog zur künftigen Finanzierung der Pflege und strebt mehr Berechenbarkeit bei Eigenanteilen für Pflegebedürftige an. „Wir müssen
Spahn will mehr Planbarkeit bei Eigenanteilen in der Pflege
12. November 2019
Berlin – Betriebsrentner in Deutschland sollen ab dem kommenden Jahr deutlich weniger Beiträge für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) bezahlen müssen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU)
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER