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Politik

Demografie: Herausforderung für die Sicherungssysteme

Dienstag, 7. August 2012

Berlin – Dem demografischen Wandel wird man nicht gerecht, indem man die Einnahmen bisheriger Sicherungssysteme einfach erhöht. Diese Meinung hat Florian Bernschneider (FDP) im Gespräch mit Franz Müntefering (SPD) vertreten. Die beiden Bundestags­abgeordneten sprachen in einem Interview für die Wochenzeitung Das Parlament miteinander. Bernschneider ist 25 Jahre alt, Müntefering 72 Jahre.

Bernschneider verwies darauf, dass es nicht nur um Veränderungen in der Rentenver­sicherung gehe, sondern auch um die bei anderen Sicherungssystemen wie der Kranken­versicherung. Hier habe die Koalition vor allem „die Versorgung im ländlichen Raum angepackt.Gerade in bevölkerungsschwachen Gegenden sind aber neben der Politik auch neue Versorgungskonzepte der Privatwirtschaft gefragt.“

Der Liberale sprach sich gegen eine Demografieabgabe aus, über die die Unionsfraktion im Frühjahr diskutiert hatte. Damals war überlegt worden, von über 25-jährigen Mitgliedern der gesetzlichen Sicherungssysteme einen entsprechenden Zuschlag zu verlangen.

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„Ein Nein zur Demografieabgabe, ein Ja zur Stabilität in den sozialen Sicherungs­systemen“, befand Franz Müntefering im Gespräch mit der Parlaments-Zeitung. Die SPD habe sich auch nicht von der Rente mit 67 verabschiedet: „Sie sagt nur, dass es im Moment schwierig ist, damit zu beginnen, weil zu viele Ältere derzeit gar keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.“

Der Sozialdemokrat forderte, Älteren eine Chance zu geben: „Der Dachdecker, der mir dann immer entgegengehalten wird, kann tatsächlich mit 67 nicht mehr aufs Dach. Nur: Das konnte der mit 65 auch schon nicht mehr. Irgendwann ist halt Schluss. Aber vielleicht ist genau dieser Dachdecker ja der Richtige, um in den Haushalten Kundenbetreuung zu machen.“ © Rie/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #104249
Senbuddy
am Mittwoch, 8. August 2012, 10:25

Man würde ja vielleicht...

...sogar einer "Demografie-Abgabe" zustimmen mögen.

Allerdings hätte ich bei dem derzeitigen Umlageverfahren von gesetzlicher Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung das Gefühl, mein gutes Geld nur in ein "Fass ohne Boden" zu werfen. Es würden doch lediglich die derzeitigen Rentner nur noch mehr bekommen. Und die sind auch jetzt schon die Altersgruppe mit dem höchsten Pro-Kopf-Vermögen.

Wenn das Geld aus solch einer Abgabe wenigstens vernünftig angelegt werden würde (wie in den ärztlichen Versorgungswerken oder den privaten Krankenversicherungen) und damit denen, die die Abgabe leisten, dann auch irgendwann selbst zu Gute kommen würde, wäre das Gefühl dabei schon wesentlich besser.

Ich bin dann allerdings der Ansicht, dass solche Anlagen dann besser privat bei Versicherungen, Banken oder Fondsgesellschaften gemacht werden sollten als beim Staat. Staatliche Vermögen funktionieren zwar in anderen Ländern gut (ein Beispiel wäre der gut funktionierende norwegische Staatsfonds), deutsche Politiker haben jedoch die Neigung, bei irgendwo entdeckten Vermögen sofort "da ran" zu wollen, um dann "Wohltaten" an ihre jeweilige Klientel zu verteilen (Beispiel "Ulla Schmidt and friends", die liebend gerne an die Rücklagen der PKVen ran wollten und wollen).

Solange also das Geld aus einer solchen Zulage nicht entsprechend angelegt wird (z.B. in Form staatlicher Förderung privater Altersvorsorge), sollte man so einer Abgabe nicht zustimmen.

Viele Grüße
S.
LNS
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