NewsMedizinSteroide bei akuter Rhinosinusitis wirkungslos
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Steroide bei akuter Rhinosinusitis wirkungslos

Mittwoch, 8. August 2012

Utrecht – Die meisten akuten Rhinosinusitiden bessern sich innerhalb von 14 Tagen. Die Gabe von systemischen Steroiden hat in einer randomisierten klinischen Studie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 2012. DOI:10.1503 /cmaj.120430) die Heilung nicht weiter beschleunigt.

Die häufigste Ursache einer akuten Rhinosinusitis ist eine Erkältung, also die Infektion der Nasenschleimhaut mit Rhinoviren. Antibiotika erzielen hier keine Wirkung, es sei denn, es ist zu einer bakteriellen Superinfektion gekommen. Auch Dekongestiva führen meistens nicht zur Linderung der Beschwerden, die für die Patienten sehr quälend sein können.

Ein weiterer Ansatz ist die Gabe von Steroiden, die die Schwellung der Schleimhäute, die vermutlich die Beschwerden auslöst, mildern sollen. Nasensprays waren in Studien nicht wirksam, weshalb mittlerweile zu einer systemischen oralen Therapie geraten wird. Ein Cochrane-Review attestierte der Therapie im letzten Jahr eine gewisse milde Wirkung – als Zusatz zur Antibiotikagabe.

Anzeige

Roderick Venekamp vom Universitair Medisch Centrum Utrecht stellt jetzt die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie vor, die vor dem Hintergrund einer hausärztlichen Versorgung durchgeführt wurde. 174 Erwachsene, die nach einer Symptomdauer von mindestens 5 Tagen (maximal 12 Wochen) ihren Hausarzt konsultiert hatten, wurden entweder für eine Woche mit 30 mg/die Prednisolon oder Placebo behandelt. Eine symptomatische Therapie sowie die Gabe von Antibiotika oder intranasalen Steroiden waren erlaubt, sollten aber zurückhaltend eingesetzt werden.

Primärer Endpunkt der Studie war der Anteil der Patienten, die nach 7 Tagen frei von Gesichtsschmerzen waren. Dieses Ziel erreichten im Prednisolon-Arm 55 von 88 Patienten (62,5 Prozent) gegenüber 48 von 86 Patienten (55,8 Prozent) im Placebo-Arm. Die Differenz von 6,7 Prozentpunkten war weder statistisch signifikant (95-Prozent-Konfidenzintervall −7,9 bis 21,2), noch zeigt sie nach Einschätzung von Venekamp einen klinisch relevanten Nutzen an.

Auch in anderen Endpunkten wie einem Symptom-Score (Rhinorrhö, postnasaler Ausfluss, nasale Kongestion, Husten und Gesichtsschmerz kombiniert) und in der gesundheitlichen Lebensqualität gab es keine Unterschiede. Auf der andere Seite traten während der kurzzeitige Therapie keine Steroidnebenwirkungen auf, so dass Venekamp die aus seiner Sicht unwirksame Therapie als sicher einstuft. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER