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Internisten kritisieren neuen G-BA-Vorsitzenden

Donnerstag, 9. August 2012

Wiesbaden – Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) hat den seit Anfang Juli amtierenden neuen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), Josef Hecken, scharf kritisiert. Hecken habe sich in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung undifferenziert Pauschalvorwürfe der Krankenkassen zu eigen gemacht, in Deutschland werde zu viel operiert, kritisierte BDI-Präsident Wolfgang Wesiack.

„Die einseitigen Äußerungen sind ein schwacher Einstand des neuen G-BA-Vor­sitzenden“, so Wesiack. Er wies darauf hin, dass der medizinische Behandlungsbedarf von den behandelnden Ärzten festgestellt werde und die Vergütungen für Operationen jährlich zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen ausgehandelt würden.

„Wenn also ökonomische Fehlanreize existieren, müssen sie von den Vertragspartnern behoben und nicht einseitig den Krankenhäusern angelastet werden“, erklärte der Präsident. Maßstab für die Notwendigkeit von Hüft- und Knie-Operationen könne nicht allein die längere Lebenserwartung sein, sondern vor allem die höhere Lebensqualität, die in anderen europäischen Ländern nicht die gleiche Rolle spiele wie in Deutschland.

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Der BDI-Präsident betonte, dass unnötige Operationen mit dem ärztlichen Berufsrecht nicht vereinbar seien und möglicherweise sogar den Straftatbestand einer Körperverletzung erfüllten. Er forderte den G-BA-Vorsitzenden auf, „unüberlegte Behauptungen der Krankenkassen“ künftig mit einem „sorgfältigeren Augenmaß“ zu betrachten. hil © hil/aerzteblatt.de

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