NewsMedizinImpfstoff schützt vor Hendra- und Nipah-Viren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Impfstoff schützt vor Hendra- und Nipah-Viren

Donnerstag, 9. August 2012

Bethesda/Maryland – Ein Impfstoff, den US-Forscher gegen Infektionen mit dem Hendra-Virus entwickelt haben, hat sich jetzt auch gegen Infektionen mit dem verwandten Nipah-Virus bewährt, wie die Wissenschaftler in Science Translational Medicine (2012; doi: 10.1126/scitranslmed.3004241) berichten.

Die beiden verwandten Viren wurden in den 1990er Jahren als Erreger von tödlichen Erkrankungen entdeckt, die in Südasien und Australien zu sporadischen Epidemien führen. Größeren Bekanntheitsgrad erlangten sie kürzlich durch einen Film des Regisseurs Steven Soderbergh (Contagion 2011), der allerdings eine nicht gerechtfertigte Angst schürt.

Denn anders als in dem Film, der übrigens mit Unterstützung der US-Centers for Disease Control and Prevention gedreht wurde, sind Epidemien mit Nipah- und Hendra-Viren bisher lokal begrenzt geblieben, trotz oder vielleicht auch wegen der hohen Case-Fatality-Rate von 75 Prozent für Nipah und 60 Prozent für Hendra. Viele Patienten sterben, bevor sie andere Menschen infizieren können. Außerdem ist das Ausbreitungsgebiet des Flughunde, die die Erkrankung übertragen, begrenzt.

Anzeige

Das US-Militär stuft die beiden Viren dennoch als potenzielle biologische Waffen in den Händen von Terroristen ein, was Forschungsgelder für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen freisetzt. Mit Erfolg: Im letzten Jahre stellten die Forscher des US-Militärs monoklonale Antikörper vor, die infizierten Versuchstiere das Leben retteten. Jetzt gibt es auch einen Impfstoffkandidaten.

Der von Katharine Bossart an der Uniformed Services University of the Health Sciences in Bethesda/Maryland entwickelte Impfstoff besteht aus einem Oberflächenprotein des Hendra-Virus. Es ist offenbar in der Lage eine protektive Immunantwort auszulösen. Sie schützt Versuchstiere nicht nur vor dem Hendra-Virus, sondern auch vor dem verwandten Nipah-Virus. Die Forscher impften neun Grüne Meerkatzen, eine in Afrika verbreitete Affenart, mit dem Impfstoff. Sechs Wochen später wurden die Tiere in einem Hochsicherheits-Labor mit Nipah-Viren infiziert.

Bei keinem der Tiere kam es zu der tödliche Erkrankung, die Atemwege und/oder Gehirn befällt. Die Forscher wollen jetzt weitere Studien durchführen mit dem Ziel einer Zulassung des Impfstoffs für die Anwendung am Menschen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2019
Stockholm – In den Niederlanden sind 2 Personen am Lassafieber erkrankt, von denen eine gestorben ist. Die beiden Angehörigen der Gesundheitsberufe hatten sich in Sierra Leone bei einer Operation
Lassafieber in den Niederlanden, Kontaktpersonen auch in Deutschland in Quarantäne
8. November 2019
Abuja – In Nigeria sind laut Behördenangaben 29 Menschen durch einen Gelbfieberausbruch ums Leben gekommen. Er ereignete sich im Bundesstaat Bauchi im Nordosten des Landes, wie die Online-Zeitung
Tote nach Gelbfieberausbruch in Nigeria
30. Oktober 2019
Köln – Seit dem Jahr 2018 haben über 200.000 Menschen den Ebola-Impfstoff rVSV-EBOV erhalten. Wie dieser genau wirkt, war bislang jedoch nur teilweise bekannt. Wissenschaftler um Florian Klein,
Wie der Ebola-Impfstoff rVSV-EBOV genau wirkt
22. Oktober 2019
San Francisco – Der Verdacht, dass Enteroviren für die akute schlaffe Myelitis (AFM) verantwortlich sind, die in den USA, aber auch in Europa alle zwei Jahre zu einer Häufung von polioartigen
Polioartige Erkrankung AFM: Antikörper im Liquor stützen Virus-Hypothese
27. September 2019
Heidelberg – Die Infektion mit Epstein-Barr-Viren (EBV) bleibt meist folgenlos. Bei einigen Menschen löst sie aber eine infektiöse Mononukleose aus, das Pfeiffersche Drüsenfieber, oder sogar
Nichtkodierende RNA triggert variable Infektionsverläufe mit Epstein-Barr-Viren
23. September 2019
Berlin – Säuglinge, die gegen Gelbfieber geimpft sind, benötigen möglicherweise noch eine Auffrischungsimpfung. Das zeigt eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) und Forschern aus Frankreich, USA,
Gelbfieberimpfung im Säuglingsalter muss wahrscheinlich aufgefrischt werden
18. September 2019
New York/Berlin – Ein Gremium der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und der Weltbank hält die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Pandemie für „völlig unzureichend“. „Es ist schon längst an der
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER