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Medizin

Migräne: Keine kognitiven Spätschäden

Freitag, 10. August 2012

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Bordeaux – Eine Migräne mit oder ohne Aura führt langfristig nicht zu Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten oder gar zu einer Demenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine prospektive Beobachtungsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345: e5027).

Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Migräne, vor allem wenn sie mit einer Aura einhergeht, das Schlaganfallrisiko erhöht. Einige Untersuchungen hatten auch eine Assoziation zu „stummen“ Hirninfarkten gefunden. Diese werden in der Computer- oder Kernspintomographie (mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Geräte immer häufiger) diagnostiziert und gelten als ein Risikofaktor für kognitive Einschränkungen. Daraus könnte folgern, dass eine Migräne langfristig das Demenzrisiko erhöht.

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Das Team um Tobias Kurth von der Universität Bordeaux hat zu dieser Frage die Daten der Women’s Health Study ausgewertet, an der fast 40.000 Frauen im Alter über 65 teilgenommen haben. Einige Frauen waren zu Beginn der Studie nach aktuellen oder früheren Migräne-Erkrankungen gefragt worden.

Später wurden bei ihnen kognitive Tests durchgeführt. Die Forscher konnten die Daten von 6349 Teilnehmerinnen verknüpfen. Sie fanden keine Hinweise für Einschränkungen der kognitiven Leistungen. In vielen Tests erzielten Frauen mit Migräne sogar etwas bessere Ergebnisse als Frauen ohne Migräne. Die Unterschiede waren jedoch nicht signifikant. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl der Studie schätzt Kurth die Chance, dass ein Risiko übersehen wurde, als gering ein. © rme/aerzteblatt.de

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