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Medizin

Wie Depressionen das Gehirn schrumpfen lassen

Montag, 13. August 2012

New Haven – Eine Depression und im Tiermodell auch chronischer Stress gehen mit der vermehrten Bildung eines Steuergens einher, das im Frontalhirn die Bildung von Synapsen hemmt. Die Studie in Nature Medicine (2012; doi: 10.1038/nm.2886) erklärt frühere Befunde, wonach Depressionen zu einer „Schrumpfung“ bestimmter Hirnareale führt.

Werden Ratten in ihrem natürlichen Bewegungsdrang gehemmt, erkranken sie irgendwann an einer schweren Depression. Dies hinterlässt Spuren im Gehirn der Tiere, die auch bei Patienten mit Major-Depression nachweisbar sind. Im präfrontalen Cortex, wo die Vernunft ihren Sitz hat – Hirnforscher sprechen von exekutiven Funktionen – kommt es zu einer Rückbildung: Die Hirnzellen sind verkleinert, die Zahl der Nervenverbindungen geht zurück. In bildgebenden Verfahren „schrumpft“ dieser Abschnitt des Gehirns. Bei Menschen mit einer schweren Major-Depression haben Hirnforscher einen Rückgang des Volumens im dorsolateralen präfrontalen Cortex nachgewiesen.

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Das Team um Ronald Duman von der Yale Universität in New Haven im US-Staat Connecticut hat jetzt das Gehirn von Verstorbenen untersucht, die an einer Major-Depression litten. Mittels In-situ-Hybridisierung können die Forscher zeigen, dass die Hirnzellen fünf Gene vermindert abrufen, die Funktion und Struktur von Hirnsynapsen beeinflussen.

Alle fünf Gene werden von einem einzelnen Transkriptionsfaktor mit der Bezeichnung GATA1 kontrolliert. In einem Tierversucht wurde die Aktivität dieses Steuergens künstlich gesteigert. Die Tiere entwickelten eine schwere Depression. GATA1 könnte demnach eine wichtige Rolle in der Pathogenese der Depression spielen.

Auf die Medizin könnten sich die Ergebnisse in zwei Gebieten auswirken. Zum einen werden die Forscher jetzt untersuchen, ob Varianten von GATA1 mit der Entwicklung einer Depression assoziiert sind. Zum anderen bietet sich GATA1 als Ansatzpunkt für Medikamente an: Wirkstoffe, die GATA1 hemmen, sollten eine Depression lindern können. Die Wirksamkeit solcher noch zu findenden Wirkstoffe würde dann auch die Bedeutung des Steuerenzyms für die Entwicklung der Depression belegen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748183
Marissa
am Dienstag, 22. Mai 2018, 12:29

Erfahrung mit Celexa

Hallo,
ich nehme seit 2 Monaten Celexa 20 mg gegen meine Depression und mache eigentlich ganz gute Erfahrungen damit.
Am Anfang war echt hart, ich hatte in der ersten Woche so starke Nebenwirkungen, solche wie Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Müdigkeit, aber danach wurde es Tag für Tag besser. Schon nach zwei Wochen habe ich erste Ergebnisse bemerkt, mein Zustand hat sich erheblich gebessert, ich hatte gute Laune. Es gibt mir wieder Energie für den Tag und Depression ist vorbei. Ich finde Celexa gehören zu den besten Tabletten gegen Depression, wirken relativ schnell und zuverlässig. Ich kann Ihnen dieses Präparat nur empfehlen! Also, wenn jemand Celexa dringend braucht, ich habe diese bei http://pharmacy-weightloss.net bestellt, sehr nette Kundenservice, rasche Antwort und qualitative Medikamente.
Beste Grüße!
Avatar #748051
U.Klotz
am Freitag, 18. Mai 2018, 12:38

Depression besiegen

Hallo, ich könnte niemals denken, dass es eine wirksame Heilung für Depressionen gibt. Nach der Scheidung, die vor vier Monaten passierte, konnte ich nicht zu mich kommen, ich war immer müde und traurig. Ich war nicht das gleiche wie vorher, die Trennung der Beziehungen hat mich stark beeinflusst. Meine Freunden haben das bemerkt, einige zogen sich von mir zurück.
Nach Absprache mit meinem Arzt wurde mir das Medikament Trazodon 100 mg verschrieben. Die Behandlung dauerte 2 Monate, ich habe den sofortigen Effekt nicht gespürt, ich hoffe auf kein positives Ergebnis, aber am Ende der Behandlung fühlte ich mich wirklich viel besser. Ich nahm die Tablette 1-mal täglich, nach der Mahlzeit, also, diese bestellte ich bei http://pharmacy-weightloss.net/.
Das Wichtigste ist, dass ich meinen Mann in der Vergangenheit verlassen habe und jetzt lebe ich in der Gegenwart, ich habe neue Hobbies und viele, positive Emotionen.
Das Präparat Trazodon ist wirksam, ich empfehle es Ihnen!
Avatar #581536
Marcus Joos
am Sonntag, 19. August 2012, 22:11

Vergleich mit Antidepressiva und Psychotherapie

Positive cerebrale Restrukturierungen sind auch bei Antidepressiva und Psychotherapien bekannt. Wie sich bei der Depressionsremission generell die Aktivität von GATA 1 ändert, finde ich aktuell weniger spannend als mögliche Interessenskonflikte bei diesem Artikel.
Avatar #99598
Clemens-X
am Dienstag, 14. August 2012, 02:01

Es war doch mal wieder zu erwarten...

dass diese Nachricht mit der Folgerung endete, man häbe nun Ansatzpunkte für neue Medikamente entdeckt!
Na Klasse: schon wieder werden Medikamente entwickelt, um Symptome zu kurieren, statt die Ursachen der Depression anzugehen. Zudem entsteht hier mal wieder der Eindruck, als sei die Depression die Folge eines wild gewordenen Steuregens GATA 1. Nach (nicht nur) meinen Erfahrungen verschieben sich Neurotransmitter-Haushalte aber erst als Folge der depressiven Kognitionen.

Es ist halt die alte Masche der Pharma-Industrie, bei Psychopharamak Ursache und Wirkung zu vertauschen und dann ihre standardisierten Pseudo-Beweisführungen abschnurren zu lassen.

Clemens M. Hürten - Lebenslust jetzt! - Rottweil
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 13. August 2012, 22:02

Kriegen Ratten Depressionen, weil ihr Hirn schrumpft, oder ist es etwa umgekehrt?

Was soll man bloß von einem Abstract halten, zu dem "Nature Medicine" schreibt: "Received 07 October 2012 - Accepted 23 June 2012 - Published online 12 August 2012"! Nachzulesen unter
http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/abs/nm.2886.html
Vermutlich ist es nur ein schlichter Zahlendreher, dass eine am 7.10.2012, eingereichte Arbeit bereits am 23.6.2012 akzeptiert wurde. Der Abstract genügt allerdings nicht mal semantischen Kausalitätsregeln. Und mit welcher Skalierung ('depression scale') bzw. mit welchem 'Depression-Inventory' man "major depressive disorder (MDD)" bei den Versuchsratten festgestellt haben will, bleibt unergründlich.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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