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Medizin

Mammafrühkarzinom: Strahlentherapie kann Brust langfristig erhalten

Montag, 13. August 2012

Houston – Bei Frauen über 70 Jahren mit einem rezeptor-positiven Mammafrühkarzinom wird häufig auf die ansonsten nach brusterhaltender Therapie obligatorische Strahlentherapie verzichtet, wenn die Frauen eine Hormontherapie erhalten. US-Onkologen warnen jetzt in Cancer (2012; doi: 10.1002/cncr.27457) vor dieser Praxis. Ihre Studie zeigt, dass es nach zehn Jahren doch zu einer erhöhten Rate von Mastektomien kommt.

Der heutige Verzicht auf die Radiotherapie wird mit einer Studie aus dem Jahr 2004 erklärt. Damals waren Frauen im Alter über 70 Jahren Tumoren im Stadium I nach einer Lumpektomie auf eine Hormontherapie mit Tamoxifen oder eine Kombination aus Tamoxifen plus Strahlentherapie randomisiert worden.

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Obwohl die zusätzliche Radiotherapie die Rate der Lokalrezidive gesenkt hatte, wurde sie für entbehrlich gehalten. Als Grund wurde angeführt, dass die Rate der Mastektomie nach 5 Jahre nicht erhöht war. Eine Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren ist beim Mammakarzinom jedoch nicht immer ausreichend, um die Ergebnisse einer Therapie zu beurteilen.

Nach den jetzt von Benjamin Smith vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston vorgelegten Daten hätte die Studie noch einige Jahre länger fortgesetzt werden sollen. Smith kann in einer Analyse des US-Krebsregisters (SEER), also einer anderen Kohorte von Patientinnen, zeigen, dass zehn Jahre nach der Operation sehr wohl die Rate der Mastektomien erhöht ist.

Bei Frauen, die in gutem Glauben auf die existierenden Leitlinien auf die Bestrahlung verzichtet hatten, wurde fast doppelt so häufig (6,3 versus 3,2 Prozent) im weiteren Verlauf eine Mastektomie notwendig. Aus den Daten des SEER geht zwar nicht hervor, aus welchem Anlass die Mastektomie durchgeführt wurde. Für Smith kommen hier aber nur Lokalrezidive als Ursache infrage.

Auch Smith sieht eine Altersgrenze, ab der eine Strahlentherapie zur Vermeidung einer späteren Mastektomie keinen Sinn mehr macht. Der Onkologe sieht sie aufgrund seiner Analyse in einem Alter von 75 Jahren. Wenn in diesem Alter der Lymphknotenstatus sicher negativ ist, könne auf die Bestrahlung verzichtet werden, schreibt Smith.

© rme/aerzteblatt.de

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