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Politik

Bundesländer greifen im Kampf gegen Ärztemangel tiefer in die Taschen

Dienstag, 14. August 2012

dpa

München/Wiesbaden – Bayern will die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum mit zusätzlichen Millionen fördern. Dazu hat der Freistaat drei Förderprogramme aufgelegt, die durch den Nachtragshaushalt 2012 mit 4,5 Millionen Euro ausgestattet wurden. Für 2013 und 2014 sind weitere elf Millionen Euro vorgesehen.

„Unsere neuen Förderprogramme finden die richtigen Antworten auf die Heraus­forderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft“, erklärte der bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Marcel Huber (CSU). Die Programme umfassen die Förderung innovativer medizinischer Versorgungskonzepte, die Förderung der Niederlassung von Hausärzten im ländlichen Raum sowie ein Stipendienprogramm für Medizinstudierende.

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Innovative Versorgungskonzepte wie etwa Ärztehäuser mit besonders familien­freundlichen Arbeitszeitmodellen können künftig mit bis zu 200.000 Euro gefördert werden. Außerdem wird die Gründung oder Übernahme von Hausarztpraxen in Gebieten mit zu wenig jungen Ärzten mit 60.000 Euro unterstützt. Voraussetzung ist unter anderem die Niederlassung in einem Ort mit maximal 25.000 Einwohnern und die Verpflichtung, dort mindestens fünf Jahre als hausärztlicher Vertragsarzt tätig zu sein.

Daneben wurde ein eigenes Stipendienprogramm für Medizinstudierende aufgelegt. Wer sich verpflichtet, nach der Facharztweiterbildung für mindestens fünf Jahre als Arzt im ländlichen Raum tätig zu sein, wird unterstützt. Das Stipendium beträgt 300 Euro pro Monat und wird für längstens vier Jahre gezahlt. Die Abwicklung der Förderprogramme erfolgt durch die Bayerische Gesundheitsagentur am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Auch die Bayerische Lan­des­ärz­te­kam­mer begrüßte die Ausrichtung der Förderpro­gramme. Sie seien ein wichtiger Schritt zur Realisierung einer auch in Zukunft qualitativ hochwertigen und flächendeckenden medizinischen Versorgung in Bayern, sagte Kammerpräsident Max Kaplan.

„Dies sei aber nur dann möglich, „wenn innovative Kooperationsformen, wie Ärztehäuser mit familienfreundlichen Arbeitszeiten und -strukturen unter Einbeziehung qualifizierter Medizinischer Fachangestellten und anderen Gesundheitsberufen, hausärztliche Gemeinschaftspraxen mit fachärztlichen Filialpraxen, regionale Versorgungszentren und auch vernetzte Versorgungsstrukturen gefördert werden", betonte Kaplan.

Auch das Land Hessen will dem drohenden Ärztemangel auf dem Land mit erheblichen finanziellen Anreizen entgegensteuern. Die Landesregierung werde gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen die Ansiedlung von Ärzten in sieben hessischen Landkreisen fördern, sagte Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) heute in Wiesbaden. Pro Jahr stünden dafür 600.000 Euro zur Verfügung, bis 2014 also 1,8 Millionen Euro.

Damit könnten pro Jahr zwölf Arztpraxen in einer ländlichen Region mit bis zu 50.000 Euro pro Praxis gefördert werden. „Das ist schon eine Anlockprämie“, so der Minister. Die Kosten teilten sich die drei Partner des Förderpaktes zu gleichen Teilen. Die Auswahl der Ärzte soll ein Beirat treffen, der ebenfalls von Land, Kassen und Ärztevereinigung besetzt wird. Damit hat das Land erstmals ein Mitspracherecht bei der Verteilung.

Die Auswahl der Regionen habe sich nach Kriterien wie Verhältnis von Einwohner und Ärzten sowie dem derzeitigen Versorgungsgrad mit Ärzten bemessen, sagte Grüttner weiter. Auch die Altersstruktur der niedergelassenen Ärzte oder eine schon bestehende Unterversorgung habe eine Rolle gespielt. Es kamen sieben förderfähige Landkreise heraus, davon die meisten in Nordhessen. Die Ärzte müssen sich im Gegenzug verpflichten, mindestens fünf Jahre zu bleiben. Ende der Antragsfrist ist jeweils der 30. September eines Jahres. © hil/dapd/aerzteblatt.de

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