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Charité implantiert Zungenschrittmacher gegen Schlafapnoe

Mittwoch, 15. August 2012

Berlin – An der Charité-Universitätsmedizin Berlin wurde ein Zungen­schrittmacher implantiert, der Atemstillstände im Schlaf verhindert und gegen Schnarchen hilft. Die Berliner Ärzte setzten das Gerät bei einem Patienten ein, der unter dem sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom leidet.

Die mitunter lebensbedrohliche Erkrankung kann zu Atemaussetzern führen, wenn die Spannkraft der Muskeln der oberen Atemwege im Schlaf übermäßig stark nachlässt. In der Folge verengen sich die Atemwege und den Erkrankten fällt es schwer zu atmen. Die typischen Schnarchgeräusche entstehen, wenn die Betroffenen angestrengt versuchen, durch die versperrten Atemwege Luft zu holen.

Im Gegensatz zur bisherigen Therapie mittels einer speziellen Beatmungsmaske schränkt der sogenannte Neurostimulator die nächtliche Bewegungsfreiheit des Betroffenen nicht mehr ein und erhöht somit die Lebensqualität von Schlafapnoe-Betroffenen.

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Der streichholzschachtelgroße Neurostimulator wird wie ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeines implantiert. Von dort aus führt ein hauchdünnes Kabel zum Rippen­bogen, wo die Bewegungen des Zwerchfelles gemessen und die individuelle Atem­fre­quenz überwacht wird.

Zieht sich das Zwerchfell des Patienten beim Einatmen zusam­men, sendet der Schrittmacher über ein zweites Kabel einen schwachen elektrischen Impuls an den sogenannten Hypoglossus-Nerv, der für die Kontraktion des Zungen­muskels verantwortlich ist. Wird er stimuliert, bleibt die Zunge im vorderen Rachenraum des Schlafenden. Lebensbedrohlichen Atemstillständen wird so vorgebeugt. © hil/aerzteblatt.de

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