Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

GBA erhöht Dokumentations­anforderungen für Transplantationen

Freitag, 17. August 2012

dpa

Berlin – Die Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) soll künftig bei Organtransplantationen von den durchführenden Kranken­häusern eine hundertprozentige Dokumentationsquote verlangen. Dies hat der Gemein­same Bundes­aus­schuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin beschlossen. Ange­sichts der Diskussionen um das deutsche Organtransplantationsverfahren sei es von „allen Beteiligten als notwendiges Signal angesehen worden“, erklärte Josef Hecken, unpar­teiischer Vorsitzender des G-BA.

Eine geringere Dokumentationsquote könne den Eindruck erwecken, dass damit ein Ansatz für Verschleierungen geschaffen würde. „Eine Toleranz von zwei Prozent reicht ja aus, um das zu verstecken, was man verstecken will“, so Hecken. „Deshalb haben wir gesagt: Trotz möglicher technischer Probleme verlangen wir eine hundertprozentige Dokumentationsquote.“

Die Dokumentationsquote basiert auf der Abrechnung der DRGs in den Routinedaten der Krankenhäuser und liegt bei Transplantationen je nach Einrichtung zwischen 92 bis 96 Prozent. Der G-BA-Vorsitzende betonte, dass nicht dokumentierte Fälle nicht bedeuten, dass ein Fehlverhalten vorliege. Diese kämen durch technische Probleme und Abrechnungsverschiebungen vor allem bei Patienten mit langen Liegezeiten zu Stande. Mit der neuen QSKH-RL sollen solche Fälle jedoch kontrolliert und durch das Krankenhaus die entsprechenden Dokumentationen nachgewiesen werden.

  • Transplantationsskandal: „Kein systemisches Versagen“

    Ärzte, Kliniken, Kassen und Politik ziehen Konsequenzen aus dem Skandal um gefälschte Daten bei Organempfängern: mehr Transparenz und schärfere Kontrollen. Aber auch bestimmte Regeln zur Organverteilung kommen auf den Prüfstand.

Krankenhäuser, die bei Transplantationen nicht vollständig dokumentieren, sollen nach der neuen Richtlinie mit höheren Abschlägen auf die Fallpauschale bestraft werden. Wird die DRG-Pauschale normalerweise um 150 Euro gekürzt, wenn ein Datensatz nicht übersendet wurde, soll dies bei Organtransplantationen künftig 2.500 Euro kosten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) unterstützt die neue Regelung: „Das sorgt dafür, dass die Krankenhäuser bemüht sind, alle Datensätze zu übertragen“, erklärte der DKG-Geschäftsführer Bernd Metzinger.

Die Patientenvertreterin Hannelore Loskill begrüßte die Verschärfung bei der Dokumentationspflicht. Diese ginge aber aus Sicht der Patienten nicht weit genug. Sie kündigte an, dass die Patientenvertreter nächsten Monat einen weiterreichenden Antrag zur Änderung der QSKH-RL im G-BA einreichen würden. © mei/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

09.11.17
Rückgang bei Organspenden erwartet, Plan gefordert
Frankfurt am Main – Seit mehreren Jahren geht die Zahl der Organspender zurück. Deshalb fordert die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) nun eine bessere Zusammenarbeit aller medizinischen......
27.10.17
DSO fordert Initiativplan gegen Organmangel
Frankfurt am Main – Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) fordert die gemeinschaftliche Entwicklung eines Initiativplans zur Förderung der Organspende. Das hat die Stiftung im Vorfeld des......
26.10.17
Transplantations­gesellschaft besorgt über Mangel an Organspenden
Bonn – Die Zahl der Organspenden in Deutschland hat laut Deutscher Transplantationsgesellschaft (DTG) einen besorgniserregenden Tiefstand erreicht. Im Berichtsjahr 2016/2017 habe sich der Negativtrend......
10.10.17
Nutzung von Sekundärdaten ab 2018 möglich
Berlin – Seit Mitte 2006 liefern alle Dialysezentren in Deutschland Daten zur Ergebnisqualität ihrer Arbeit an den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA). Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)......
02.10.17
Ärztekammer Westfalen-Lippe fordert Maßnahmen gegen Organspendenmangel
Münster – Mehr Anstrengungen dafür, die Zahl der Organspender in Deutschland zu steigern, fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der gemeinnützigen Stiftung......
26.09.17
Wie Ontario die Zahl der postmortalen Organspender um über 50 Prozent steigerte
Toronto – In der kanadischen Provinz Ontario ist Zahl der postmortalen Organspender in wenigen Jahren um 57 Prozent gestiegen. Eine Studie im Canadian Medical Asso​ciation Journal (CMAJ 2017;......
08.09.17
Organtrans­plantation: Grenzüber­schreitender Austausch wichtig
Frankfurt – Die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hat anlässlich des morgigen europäischen Tags der Organspende auf die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hingewiesen. Sie sei......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige