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Politik

Regierung will Anreize für barrierefreie Ausgestaltung von Arztpraxen schaffen

Freitag, 17. August 2012

Berlin - Bei einem Fachgespräch im Bundesarbeitsministerium zur Lebenssituation taubblinder Menschen wurde deutlich, dass „nicht alle Sachbearbeiter in den zuständigen Behörden mit der besonderen Lebenssituation taubblinder Menschen vertieft vertraut sind“. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen hervor. Das Ministerium habe deshalb Gespräche mit den für die Durchführung des Schwerbehindertenrechts zuständigen Ländern aufgenommen, um zu erörtern, wie die Mitarbeiter in den Behörden besser sensibilisiert werden könnten.

Zurzeit werde ein vom Arbeitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegebenes Gutachten zur Lebenslage taubblinder und hörgeschädigter Menschen angefertigt, das Mitte 2013 vorliegen werde, so die Bundesregierung.

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Gemeinsam mit der gesamten Ärzteschaft und den Bundesländern will die Regierung zudem ein Konzept vorlegen, um Anreize für einen barrierefreien Zugang oder die barrierefreie Ausstattung von Praxen und Kliniken zu gewährleisten, schreibt sie in ihrer Antwort. Dies sei auch im „Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (NAP) vorgesehen.

Ziel sei die Beseitigung nicht nur baulicher, sondern auch kommunikativer Barrieren, auf die blinde, gehörlose oder taubblinde Menschen stießen. Derzeit werde geprüft, durch welche Maßnahmen geeignete Anreize für eine barrierefreie Ausgestaltung möglichst vieler Praxen auf freiwilliger Basis geschaffen werden könne.

Um gehörlosen Menschen die Nutzung des Internets zu erleichtern, hatte die Bundesregierung im Rahmen des NAP darüber hinaus eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung sogenannter Gebärdenavatare in Auftrag gegeben. Diese sprechenden und gebärdenden 3-D-animierten Avatare können einen online eingegebenen Text audiovisuell wieder ausgeben.

Die Studie habe gezeigt, so die Bundesregierung in ihrer Antwort, dass ein wesentlicher  Fortschritt sowohl machbar sei als auch von den gehörlosen Menschen für sinnvoll gehalten werde. Hierfür lege die Studie ein mehrjähriges Forschungsvorhaben nahe, in das auch gehörlose Experten mit eingebunden werden sollen. © fos/aerzteblatt.de

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