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Politik

Sterben und Tod: Diskussionsbedarf in der Bevölkerung

Montag, 20. August 2012

dapd

Köln – Sterben und Tod sind keine Tabu-Themen mehr. Im Gegenteil: Die Bevölkerung fordert sogar eine intensivere Auseinandersetzung als bisher. Dies zeigen die Ergeb­nisse der  repräsentativen Bevölkerungsbefragung „Sterben in Deutschland – Wissen und Einstellungen zum Sterben“ des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), die der Verband heute in Berlin vorstellte. „Wir sind sehr beeindruckt von den Umfrage­ergebnissen, sie geben in vielfältiger Weise Aufschluss über Wissen und Einstellungen der Bevölkerung zum Thema Sterben und Tod und sind wichtige Grundlagen für uns, um gezielter auf die Anforderungen reagieren zu können“, betonte Birgit Weihrauch, Vorstands­vorsitzende des DHPV.

Um künftige Herausforderungen konkret benennen zu können, gab der Verband die Umfrage bei der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld in Auftrag. 1.044 Deutsche ab 18 Jahren hätten offen und bereitwillig über Sterben und Tod gesprochen, sagte Matthias Jung, Geschäftsführer der Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld.

Dabei bedauerten 58 % der Befragten, dass sich die Gesellschaft mit dem Thema Sterben und Tod zu wenig befasst. Zudem gaben 39% der Befragten an, dass Sterben und Tod in ihrem persönlichen Umfeld eine große bis sehr große Rolle spielt. 83 % haben bereits Erfahrung mit dem Sterben eines nahestehenden Menschen gemacht.

Bei dem Wunsch nach dem Sterbeort gäbe es mittlerweile eine differenzierte Sichtweise, erläuterte Weihrauch. Gefragt danach, wo sie sterben wollen, hätten 66% der Befragten, die sich bereits über ihr eigenes Sterben Gedanken gemacht haben, angegeben, zu Hause sterben zu wollen.

„Dies ist überraschend“, sagte die Ärztin. Noch vor einigen Jahren hätten sich 90 Prozent der Menschen gewünscht, zu Hause zu sterben. „Jetzt sagen 18% der Umfrage­teilnehmer, dass sie in einer Einrichtung zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen sterben wollen.“ Dies sei ein Hinweis darauf, dass die Menschen inzwischen Hospize besser kennen würden.

In der Tat gaben 89 % der Befragten an, vom Begriff Hospiz gehört zu haben.66 % konnten den Begriff richtig einordnen. Dies sei auch ein Erfolg der etwa 80.000 Menschen, die sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagierten, meinte Weihrauch. So brächten sie auch ihr persönliches Umfeld mit dem Thema in Berührung. „Zugleich belegen diese Zahlen aber auch die Notwendigkeit, über die Möglichkeiten der Betreuung durch ambulante und stationäre Hospize sowie der Versorgung in ambulanten und stationären Palliativeinrichtungen intensiver zu informieren und öffentlich zu kommunizieren.“ 

Dass mehr Aufklärung über die Hospizarbeit, ihre Anliegen und Möglichkeiten erforder­lich ist, zeige auch, dass nur elf Prozent der Befragten bekannt ist, dass die Versorgung in einem Hospiz oder eine Hospizbegleitung zu Hause kostenlos sind.

Bei der Suche nach einem Platz in einer Palliativeinrichtung oder Hospizeinrichtung würden die Befragten sich am häufigsten an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wenden. „Den Hausärzten kommt nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten in dieser letzten Lebensphase zu“, betonte Weihrauch. Deshalb müssten sie intensiver einbezogen werden. „In den komplexen Versorgungs­strukturen ist es häufig nicht einfach für Menschen, das für sie richtige Versorgungs­angebot zu finden. Dies gilt gerade dann, wenn Menschen sich in dieser schwierigen Lebenssituation befinden.“ 

„Nach 30 Jahren Hospizbewegung und Palliativmedizin haben wir sehr viel erreicht. Aber die Situation der schwerstkranken und sterbenden Menschen stellt uns alle weiterhin vor große Herausforderungen“, betonte in diesem Zusammenhang auch Erich Rösch, stellvertretender Vorsitzender des DHPV. Weihrauch forderte den Gesetzgeber auf, Leistungen der Hospiz- und Palliativpflege besser in den Leistungskatalog der Krankenkassen einzubinden.

Die Begleitung eines Sterbenden erfordere mehr Kommunikation und Zeit von Ärzten und Pflegepersonal als die allgemeine Pflege. Dringend notwendig seien auch zusätzliche Entscheidungen des Gesetzgebers, sagte auch Herta Däubler-Gmelin, Schirmherrin des DHPV. © ER/aerzteblatt.de

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klausenwächter
am Samstag, 1. September 2012, 18:40

Der Tod im eigenen Bett

In der Großstadt ist der Tod im heimischen Bett zu einem seltenen Fall geworden. Tritt er ein, so wird inzwischen häufiger ein Feststellungsverfahren zur Todesart veranlaßt. Mag dies beim unerwarteten Tod eines jung verstorbenen Menschen begründet sein, so ist der bei Hochbetagten veranlaßte Untersuchungsaufwand ohne begründbares Fremdverschulden, schon ein Ausdruck der Veränderung unserer Sterbekultur und der Begegnung mit dem Toten in seiner eigenen Wohnung.

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