NewsMedizinEigelb im Fokus der Atherosklerose­forschung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Eigelb im Fokus der Atherosklerose­forschung

Montag, 20. August 2012

dapd

Ontario – Der Konsum von Eigelb korreliert in ähnlichem Maße mit dem Risiko der Atherosklerose wie der Nikotingebrauch. Das behaupten zumindest Wissenschaftler der Western University in Ontario unter der Leitung von David Spence in einer neuen Studie im Fachmagazin Atherosclerosis (doi: 10.1016/j.atherosclerosis.2012.07.032).

Die Bildung von Plaques gilt als zentraler Bestandteil in der Pathogenese der Athero­sklerose, bei der sich die Arterienwand durch diese Plaques immer weiter verengt. Die Rolle des Cholesterins, einer wichtigen Komponente im Eigelb, ist bekannt. Wie jedoch der Konsum von Eiern und seiner Cholesterin-Anteile das Atherosklerose-Risiko bestimmt, wollten die kanadischen Wissenschaftler genauer herausfinden.

Anzeige

Für ihre Studie maßen sie sonographisch die Größe der Plaques von insgesamt 1.231 Patienten, die sich regelmäßig in einer kardiologischen Klinik präventiv untersuchen ließen. Gleichzeitig interviewten sie ihre Probanden und erfassten unter anderem, wieviel Eigelb sie innerhalb einer Woche aßen. Auch zu ihrem Tabakkonsum und sonstigem Lebensstil beantworteten die Patienten die Fragen der Studie.

Bei den Probanden, die ein Durchschnittsalter von 61,5 vorwiesen, zeigte sich ab dem 40. Lebensjahr zunächst eine lineare Beziehung zwischen Eigelb-Konsum und vergrößerten, atherosklerotischen Plaques. Dieser Zusammenhang verdeutlichte sich aber noch mehr, wenn die Patienten gleichzeitig rauchten.

Im Vergleich zur altersbedingten Plaquebildung nahm das Atheroskleroserisiko mit Eigelb- und Tabakkonsum exponentiell zu. Dabei stellten die Wissenschaftler auch fest, dass solche Personen, die mindestens drei Eigelb pro Woche zu sich nehmen, ein signifikant höheres Risiko für Atherosklerose haben, als solche, die lediglich zwei Eigelb pro Woche essen. 

Die Ergebnisse seiner Studie verdeutlichten, dass man bezüglich des Konsums von Eiern vorsichtig sein sollte, betont Spencer. Besonders Personen, die gleichzeitig rauchten oder andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Diabetes oder Adipositas hätten, sollten die Menge von Eiern in ihren Speisen gut kontrollieren. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #90964
Redaktion Deutsches Ärzteblatt
am Dienstag, 21. August 2012, 14:50

Danke für den Hinweis

Liebe Kommentatoren,

Sie haben selbsverständlich recht, da waren wir etwas "forsch". Vielen Dank für die kritischen Bemerkungen!

Ihre Redaktion DÄ
Avatar #7020
koblenz
am Dienstag, 21. August 2012, 11:34

Korrelation & Kausalität ...

@ kraushaar:
Ja, es nicht nachvollziehbar, was die Headline bezwecken soll, denn einen Beweis, dass "Eigelb die Gefäße schädigt", den gibt es definitiv nicht.

Interessant & aussagekräftig ist zu diesem Thema ein Artikel von Dr. Klaus Koch, Ressortleiter beim IQWiG -> http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/medizinische-studien-beruhen-oft-auf-ungeprueften-vermutungen-a-840821.html

Und ergänzend konkret zur "Panazee Kaffee" -> http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001121


Avatar #106623
kraushaar
am Dienstag, 21. August 2012, 09:16

an egg a day is ok?

Wann werden die Damen und Herren Medizinjournalisten endlich den Unterschied zwischen Assoziation und Ursächlichkeit begreifen. Querschnittstudien, wie die im Beitrag präsentierte, können zur Herleitung einer Hypothese dienen, aber nicht zur Begründung eines kausalen Verhältnisses. Da konnte mal wieder jemand dem Anreiz nicht widerstehen, mit "Eigelb schädigt die Gefäße" mehr reisserisch zu sein als informativ und sachlich. Meines Erachtens schaden solche Beiträge dem Ansehen eines Ärzteblatts mehr als sie nützen.
LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2019
Huddersfield/England – Die meisten Patienten überschätzen offenbar die Möglichkeiten einer perkutanen koronaren Intervention (PCI). Während in einer Umfrage im European Journal of Cardiovascular
Viele Patienten überschätzen Nutzen der Herzkatheterbehandlung
19. November 2019
Montreal – Eine Behandlung mit Colchicin, das in niedriger Dosierung eine antientzündliche Wirkung erzielt, hat in einer randomisierten klinischen Studie bei Patienten nach einem Herzinfarkt die Zahl
Colchicin: Niedrig dosiertes Gichtmittel schützt nach Herzinfarkt
15. Oktober 2019
Mannheim – Patienten, die an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dies werde jedoch
Periphere arterielle Verschlusskrankheit oft unterschätzt
5. August 2019
Bethesda/Maryland – Eine einjährige Behandlung mit unterschiedlichen Biologika hat in einer Beobachtungsstudie in JAMA Cardiology (2019; doi: 10.1001/jamacardio.2019.2589) die entzündlichen Reaktionen
Biologika vermindern Entzündung der Koronararterien bei Psoriasis
31. Juli 2019
Paris – Lohnt es sich für einen über 75-jährigen Patienten noch, den Cholesterinwert mit Statinen zu senken, um sich vor dem Fortschreiten der Atherosklerose zu schützen, deren Folgen er ohnehin nicht
Absetzen von Statinen könnte Herz-Kreislauf-Risiko von über 75-Jährigen erhöhen
23. Juli 2019
San Diego – Der Verlust eines einzigen Gens vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren könnte dafür verantwortlich sein, dass Menschen grundsätzlich ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen
Evolutionärer Verlust eines einzigen Genes könnte für Herzinfarkte verantwortlich sein
12. Juli 2019
Salerno/Italien – Eine Variante im BPIFB4-Gen, die bei Hundertjährigen entdeckt wurde, hat in einer experimentellen Studie bei Mäusen die Entwicklung einer Atherosklerose hinausgezögert. Die im
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER