NewsVermischtesNutzen von Alkohol-Präventions­programmen oft unklar
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Nutzen von Alkohol-Präventions­programmen oft unklar

Dienstag, 21. August 2012

Köln – Präventionsprogramme gegen riskanten Alkoholkonsum und -missbrauch von Kindern und Jugendlichen werden offenbar zu selten wissenschaftlich begleitet. Das berichtet das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln. Laut einer Recherche des Instituts ist nur bei zwei von rund 200 ausgewerteten Projekten die Wirksamkeit ausreichend wissenschaftlich belegt.

Die Autoren ergänzen mit der Untersuchung ihren sogenannten HTA-Bericht zur Alkohol­prävention aus 2011 (Health Technology Assessment, wissenschaftliche Bewertung gesund­heitsrelevanter Verfahren und Technologien). Darin zeigten die Autoren generell, dass Untersuchungen über die Wirksamkeit von Einzelmaßnahmen lückenhaft sind. Die aktuelle Arbeit legt den Schwerpunkt nun auf Projekte in Deutschland, die von zahlreichen verschiedenen Trägern organisiert werden.

Anzeige

Für ihre Erhebung identifizierten die Autoren Träger und Koordinatoren von Präventions­maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen in Abstimmung mit dem Bundes­minis­terium für Gesundheit. Die 256 erfassten Akteure erhielten anschließend einen Frage­bogen zu wesentlichen Fakten ihrer Projekte wie Laufzeit, Zielgruppe, Finanzierung und Evaluation. Die 95 Antworten mit 208 Projektbeschreibungen bildeten die Datenbasis für die Analyse.

Bei 98 Projektbeschreibungen geben die Akteure an, dass die jeweiligen Präventions­maßnahmen evaluiert werden. Tatsächlich beschränken sich jedoch 80 Prozent dieser Evaluationen auf das Erfassen von Teilnehmerzahlen. Nur bei 17 Projekten handelt es sich um eine Prozess- oder Ergebnisevaluation. Aber nur für zwei von ihnen ist die Wirkung laut den Autoren tatsächlich wissenschaftlich belegt.

Auf Basis ihres ersten HTA-Berichts und der jetzigen Auswertung von Primärdaten fordern die Autoren, Präventionsforschung und-planung zum Alkoholmissbrauch in Deutschland grundsätzlich neu auszurichten. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Oktober 2020
Hannover – Der Missbrauch von Alkohol und Tabak steigt laut der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Deutschland seit Jahren. Die Coronakrise hat diesen Anstieg gemäß einer aktuellen Umfrage im Auftrag
Coronapandemie verstärkt laut Umfrage Missbrauch von Alkohol und Tabak
2. Oktober 2020
Winston-Salem/North Carolina – Menschen mit einem Typ-2-Diabetes sind möglicherweise besonders gefährdet, aufgrund eines Alkoholkonsums an einer arteriellen Hypertonie zu erkranken. In einer
Studie: Alkoholkonsum erhöht Blutdruck bei Diabetikern
1. Oktober 2020
Berlin – Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen, hat insgesamt weiter abgenommen. Allerdings gibt es einen Anstieg der Fälle in der jüngsten Gruppe. Das
Mehr Kinder wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt
21. September 2020
Tübingen – Wissenschaftler der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie haben eine neue Beratungsplattform „KonsumKontrolle“
Neue Online-Beratungsplattform zu Tabak- und Alkoholsucht
3. September 2020
Berlin – Zu einem verantwortungsvollen Verhalten in der Schwangerschaft haben heute die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela
Appell an Schwangere: Alkoholkonsum kann fatale Folgen haben
24. Juli 2020
Mannheim – Andauernder Alkoholkonsum aktiviert die Mikroglia im Gehirn, was zu einer erhöhten Diffusion von Botenstoffen zwischen den Nervenzellen führt. Dies könnte zur Suchtbildung beitragen. Eine
Alkohol aktiviert Mikroglia im Gehirn
1. Juli 2020
Berlin – Rauchen wird laut einer Studie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland immer unbeliebter. Unter den 12- bis 17-Jährigen gaben noch 5,6 Prozent an, ständig oder gelegentlich zu
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER