NewsPolitikGesetzliche Kassen registrieren Anstieg von Beitragsrückständen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gesetzliche Kassen registrieren Anstieg von Beitragsrückständen

Dienstag, 21. August 2012

Berlin – Viele Selbstständige sowie verarmte Menschen zahlen ihre Beiträge zur Kranken­­versicherung nicht. Im Juni beliefen sich die Rückstände durch säumige Beitrags­zahler auf 1,77 Milliarden Euro, wie der GKV-Spitzenverband am Dienstag in Berlin mitteilte. 2011 hatten die Beitragsrückstände zur Jahresmitte noch 1,03 Milliarden Euro betragen. Seit der Einführung der Versicherungspflicht ab April 2007 sei bei den sogenannten Selbstzahlern "ein spürbarer Anstieg der Beitragsrückstände wahrzu­nehmen", so die GKV. 

Bei den säumigen Beitragszahlern handelt es sich demnach vor allem um freiwillige versicherte Selbstständige sowie um weitgehend mittellose Menschen, die als soge­nannte Rückkehrer in die gesetzliche Versicherung kamen. Gründe für die Beitrags­rückstände sind laut GKV unter anderem Verbraucherinsolvenzen, finanzielle Instabilität bei freiwillig versicherten Selbstständigen und Zahlungsunfähigkeit von Menschen, die über kein oder kaum Einkommen verfügten.

Anzeige

Der GKV-Sprecher verwies darauf, dass ein Anstieg der Außenstände nicht automatisch auch eine steigende Zahl von säumigen Versicherten bedeute: „Bei jedem freiwillig Versicherten, der mehr als einen Monat keine Beiträge zahlt, sieht dass Gesetz vor, dass pro Monat ein Säumniszuschlag in Höhe von fünf Prozent gezahlt werden muss." Da­durch stiegen die ausstehenden Beträge automatisch an, selbst dann, wenn die Anzahl der betroffenen Versicherten gleich bliebe.

Der CDU-Politiker Jens Spahn forderte im Berliner Tagesspiegel vom Dienstag, Selbst­ständige mit geringem Einkommen bei den Krankenkassenbeiträgen zu entlasten. Es liege „nicht in unserem Interesse, dass man Kioskbesitzer und andere Kleinunternehmer in Zahlungsprobleme treibt”, sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung.

Spahn verlangte eine Senkung des Mindestbeitragssatz für Selbstständige, der zur Zeit 293 Euro im Monat beträgt. Da viele zumindest zeitweise nur wenig verdienten, sei die Bemessung an einem fiktiven Monatseinkommen von 1.969 Euro zu hoch angesetzt, kritisierte er. © afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. November 2020
Berlin – Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in der heutigen Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2021 den Einzelplan des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) final beraten. Dieser wird
Gesundheitshaushalt auch 2021 erheblich von Coronapandemie geprägt
26. November 2020
Berlin – Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr rund 631 Millionen Euro für Prävention und Gesund­heits­förder­ung ausgegeben. 10,9 Millionen Versicherte haben sie mit diesen Maßnahmen erreicht. Das
Krankenkassen geben rund 631 Millionen Euro für Prävention aus
25. November 2020
Berlin – Die Regierungskoalition aus Union und SPD hat im Gesundheitsausschuss mit ihren Stimmen das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) verabschiedet. Morgen Nachmittag soll
Krankenkassen erhalten Spielraum bei Zusatzbeiträgen
23. November 2020
Berlin – Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt vor einer drastischen Erhöhung des Krankenkassenzusatzbeitrags für das Jahr 2022. „2022 wird ein hartes Jahr für Kassen und Mitglieder. Ohne Gegensteuern
Zusatzbeitrag: Warnung vor drastischer Erhöhung
20. November 2020
Frankfurt/Main – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung schreibt einem Medienbericht zufolge ein großes Minus. Im dritten Quartal betrug das Defizit mehr als drei Milliarden Euro, wie die Frankfurter
Krankenkassen im dritten Quartal mit drei Milliarden Euro Minus
17. November 2020
Berlin – Zu einem offenen Streit über die künftigen Finanzen der Krankenkassen ist es in der Anhörung zum Entwurf des Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz (GPVG) gekommen. Dabei ging
Streit um Kassenfinanzen im Gesundheitsausschuss
13. November 2020
Augsburg – Der AOK-Bundesverband warnt vor einer möglichen Verdoppelung des Zusatzbeitrags zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV), sollte die Bundesregierung bei den Coronahilfen für die
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER