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Rheumapatienten profitieren von neuen Therapien

Mittwoch, 22. August 2012

Bochum – Neue Medikamente, aber auch eine konsequente Anwendung der klassischen Basistherapeutika, haben den Krankheitsverlauf bei Patienten mit entzündlichem Rheuma deutlich verbessert. „Rheumatische Entzündungen der Gelenke verlaufen weniger aggressiv als noch vor zehn Jahren“, sagte der Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh), Klaus Schmidt, stellvertretender ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumaorthopädie am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West.

Wucherndes Gewebe zerstöre jetzt seltener mehrere Gelenke gleichzeitig, so dass Ärzte es nur noch bei etwa zehn Prozent der Patienten operativ oder mittels radioaktiver oder chemischer Substanzen entfernen müssten. Noch vor zehn Jahren seien diese Eingriffe mehr als doppelt so häufig nötig gewesen.

Aber immer noch erhält etwa jeder vierte Patient mit entzündlich rheumatischen Erkran­kungen nach zehn Jahren Krankheitsdauer ein künstliches Gelenk. Bei einer solchen Operation kommt es laut der Fachgesellschaft immer wieder zu Komplikationen. Denn Rheuma-Medikamente beeinflussten das körpereigene Abwehrsystem und steigerten daher das Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen.

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Deshalb galt lange Zeit, Rheumamedikamente vor einem Eingriff abzusetzen. Dies führte jedoch zu Rheumaschüben, die Gelenke und Gewebe zusätzlich schädigten. „Mittlerweile empfehlen wir, das klassische Basistherapeutikum Methotrexat bei den meisten Operationen weiter einzunehmen“, erläuterte Schmidt.

Bei den sogenannten Biologika sei die Datenlage aber noch unsicher. Neue Informationen erwartet die Fachgesellschaft von ihrem sogenannten rheumaorthopädischen Komplikationsregister. „Nach vollständiger Auswertung können wir auch für Biologika verbindliche Empfehlungen aussprechen und somit Rheumaschübe und schwerwiegende Infektionen bei Operationen vermeiden“, prognostiziert Schmidt.

Der 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) mit der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie und der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie findet vom 19. bis 22. September 2012, in Bochum statt. © hil/aerzteblatt.de

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