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Medizin

Wissenschaftler empfehlen andere Speisenzubereitung

Donnerstag, 23. August 2012

New York – Das toxische Stoffwechselprodukt Methylglyoxal wird bei gebratenen Speisen freigesetzt und könnte dazu beitragen, dass Patienten an Adipositas und Diabetes erkranken. Das legt eine neue Studie nahe, die Forscher der Mount Sinai School of Medicine in New York in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (doi: 10.1073/pnas.1205847109) publiziert haben. Die Ergebnisse haben die Autoren allerdings bislang nur aus einem Mausmodell gewonnen. Sie meinen, ihre Erkenntnisse könnten ein Umdenken einleiten in der Art und Weise, wie wir unsere Speisen zubereiten.

Das in der Studie analysierte Methylglyoxal gehört zu den sogenannten „Advanced Glycation Endproducts“, kurz AGE. Dies sind Zucker-Oxidationsprodukte, die oft in einer hohen Menge in gegrillten oder gebratenen Käse- und Fleischwaren enthalten sind. Vergangene Studien haben nahe gelegt, dass AGE in größeren und auf einen längeren Zeitraum aufgenommenen Mengen schädlich für die Gesundheit sind. So sind erhöhte AGE-Werte bei Patienten bislang im Zusammenhang mit Infektionen, Gefäßschäden und Nierenerkrankungen aufgefallen.

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Die Wissenschaftler unter der Leitung von Helen Vlassara wollten nun genauer untersuchen, ob sich der Konsum von AGE auf ein erhöhtes Körpergewicht und die Entwicklung einer Insulinresistenz auswirkt. Dazu fütterten sie eine Gruppe ihrer Mäuse über vier Generationen lang mit einem an Methylgyoxal reichen Futter, während die Kontrollgruppe in derselben Zeit ein normales Futter erhielt. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe entwickelte sich bei diesen Tieren schon nach ein paar Generationen eine Insulinresistenz.

Die Autoren fanden auch einen Grund für diese Ergebnisse: So hindert das Methylglyoxal wichtige, körpereigene Abwehrmechanismen, wie das Regulationsprotein SIRT-1, welches sich in Fettzellen befindet und den Organismus vor Infektionen schützt. Gleichzeitig ist SIRT-1 auch ein wichtiges Enzym bei der Metabolisierung von Glukose und Insulin, was den Forschern die verminderte Insulinresistenz erklärt.

Doch einen Grund, nun sofort auf gebratene oder gegrillte Speisen zu verzichten, sehen die Autoren noch nicht. Dennoch liefere ihre Studie wichtige Hinweise, die Entwicklung eines Diabetes besser zu verstehen. © hil/aerzteblatt.de

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