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Medizin

Komponenten im grünen Tee mögliche Therapieoption gegen Krebs

Donnerstag, 23. August 2012

dpa

Glasgow – Ein Polyphenolstoff aus dem grünen Tee wirkt dem Wachstum von Tumoren entgegen und ist möglicherweise eine Basis für neue Therapieoptionen. Das haben Wissenschaftler der schottischen University of Strathclyde in Glasgow untersucht – allerdings bislang nur im Mausmodell. Ihre neue Studie erscheint im Fachjournal Nanomedicine (doi: 10.2217/nnm.12.83).

Wie die Autoren berichten handelt es sich bei dem Stoff um das sogenannte Epigallocatechingallat, kurz EGCG. Es macht etwa ein Drittel der Trockenmasse des grünen Tees aus und wird für viele gesundheitsfördernde Eigenschaften des Tees verantwortlich gemacht. Neben einer antiinflammatorischen und anderen Wirkungen soll dieses Antioxidans vor allem die Angiogenese beeinflussen, einen Prozess der beim Tumorwachstum eine wichtige Rolle spielt.

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Obwohl die potenziell antitumoröse Eigenschaft des EGCG schon bekannt war, scheiterten die Therapieversuche laut den Wissenschaftlern meist daran, dass der Stoff über eine übliche intravenöse Applikation den Ort des Tumors meist nicht in ausreichender Konzentration erreichte. Doch die Autoren aus Glasgow unter der Leitung von Christine Dufès schafften es das Catechin-Derivat so zu verpacken, dass es am Tumorgewebe wirksam werden konnte.

Mit Hilfe von Vesikeln, die normalerweise das Plasmaprotein Transferrin transportieren, erreichte EGCG die Krebszellen von Mäusen, die an unterschiedlichen Hauttumoren erkrankt waren. Am Ende der Versuche gelang ihnen mit den Epigallocatechingallat-Vesikeln eine signifikante Tumorsuppression.

So verkleinerte sich die Tumormenge bei rund 40 Prozent der von Epidermoid-Karzinomen oder Melanomen betroffenen Versuchstiere. Weitere zehn Prozent beider Tumorarten stabilisierten sich und wuchsen nicht weiter. Auch überlebten die Mäuse durch die Behandlung länger, im Schnitt lag die verlängerte Lebenszeit im Vergleich zu nicht behandelten Tieren bei 20 Tagen.

Dufès und ihre Kollegen hoffen, dass die Erkenntnisse aus dieser Studie neue Wege in der Therapieentwicklung gegen Krebs weisen können.  © hil/aerzteblatt.de

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