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Medizin

Krebs-Überlebens­raten in Ost- und West­deutschland nahezu gleich

Freitag, 24. August 2012

dpa

Heidelberg – 20 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Überlebensraten bei Krebs in Ost- und Westdeutschland weitestgehend angeglichen. Das berichtet ein Team von Epidemiologen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und aus elf deutschen Krebsregistern im European Journal of Epidemiology (doi: 10.1007/s10654-012-9723-5).

Daten aus den 1970er- und 1980er Jahre belegen den Forschern zufolge, dass Patienten mit Krebs in Westdeutschland eine bessere Prognose hatten als Betroffene hinter dem Eisernen Vorhang. Betrachtet man den Diagnosezeitraum 1984 bis 1985, so überlebten in der ehemaligen DDR 28 Prozent der Darmkrebspatienten, 46 Prozent der Prostatakrebspatienten sowie 52 Prozent der Brustkrebspatientinnen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Westbürger, die an diesen Krebsarten erkrankt waren, erreichten laut der Analyse dagegen bereits zwischen 1979 bis 1983 Fünf-Jahres-Überlebensraten von 44 Prozent, 68 Prozent und 68 Prozent.

Die Arbeitsgruppe um Lina Jansen und Hermann Brenner aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) untersuchte nun, wie sich die Überlebensraten in Deutschland im zweiten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung entwickelt haben. Die neue Studie basiert auf über einer Million Krebsfälle aus den elf deutschen bevölkerungsbezogenen Landeskrebsregistern, die im Untersuchungszeitraum etwa 40 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung abdeckten.

Die Epidemiologen analysierten die Krebsüberlebensraten im Zeitraum 2002 bis 2006. Sie stellten fest, dass sich die Fünf-Jahres-Überlebensraten bei 20 von 25 untersuchten Krebsarten zwischen Ost und West um weniger als drei Prozent unterscheiden und damit als annähernd identisch betrachtet werden könnten.

Nur bei Krebs der Mundhöhle, der Speiseröhre und der Gallenblase sowie bei Melanomen erreichten Betroffene in den alten Bundesländern statistisch signifikant höhere Fünf-Jahres-Überlebensraten. Umgekehrt hatten Bürger der neuen Bundesländer einen kleinen Überlebensvorteil bei Leukämien.

„Die angeglichenen Krebs-Überlebensraten in den alten und neuen Bundesländern demonstrieren, dass das vereinheitlichte Gesundheitssystem vergleichbare Gesundheits-Chancen für Menschen in Ost und West geschaffen hat“, so Brenners Fazit. Inzwischen sei es sinnvoller, den Einfluss sozioökonomischer Unterschiede auf das Krebsüberleben innerhalb einzelner Regionen zu prüfen, als in den überholten Kategorien Ost und West zu denken. © hil/aerzteblatt.de

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klausenwächter
am Sonntag, 26. August 2012, 19:58

Beeinflußt das gewählte Risikomodell die errechneten Unterschiede?

Welches Modell wurde zum Vergleich der Überlebensraten herangezogen? Es ist zu überprüfen inwieweit Unterschiede des Überlebens (häufige Krebsarten versus seltene Krebsarten) aus Eigenschaften des verwendeten Modells resultieren.

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