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Medizin

Herzstillstand während des Sports seltener tödlich

Montag, 27. August 2012

dapd

München – Menschen, die während oder kurz nach sportlichen Aktivitäten einen Herzstillstand erleiden, haben eine dreimal so hohe Überlebenschance wie Personen, die außerhalb eines sportlichen Zusammenhangs Opfer eines Herzstillstands werden. Das berichten Ärzte um Arend Mosterd von der Universitätsklinik Utrecht auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München.

Die Arbeitsgruppe erfasste für die „ARREST“ genannte Studie alle Reanimations- Einsätze in der Region Amsterdam und Umgebung mit rund 2,4 Millionen Einwohnern von 2006 bis 2009.

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Jährlich gab es durchschnittlich knapp 50 Fälle von Herzstillstand in einem sportlichen Zusammenhang, das sind 5,8 Prozent aller erfassten Herzstillstand-Fälle. Insgesamt wurden im Studienzeitraum 145 Fälle von Herzstillstand verzeichnet, die mit sportlichen Aktivitäten in Zusammenhang standen, vorwiegend beim Radfahren (49), Tennis (22), Training im Fitnessstudio (16) oder beim Schwimmen (13). Zehn Fälle betrafen Frauen, sieben Betroffene waren jünger als 35 Jahre.

Die sportlichen Personen haben laut Studie eine deutlich bessere Prognose: Bei ihnen lag die Überlebensrate bei 45 Prozent und war somit dreimal höher als bei den Menschen, die den Herzstillstand in einem anderen Zusammenhang erlitten. Keiner der Sportler hatte einen schwerwiegenden neurologischen Schaden.

Als Ursachen für die bessere Prognose sehen die Forscher eine Reihe von Faktoren: Die sportlichen Herzstillstand-Opfer sind nicht nur jünger (58,8 versus 65,5 Jahre), das Ereignis findet bei ihnen auch viel häufiger in der Öffentlichkeit statt (99,3 Prozent versus 25,3 Prozent), wird öfter von Zeugen beobachtet (89 versus 75,7 Prozent), und bei ihnen wird öfter noch vor dem Eintreffen des Rettungsteams von zufällig Anwesenden Erste Hilfe geleistet.

„Körperliche Betätigung ist zweifellos ein besonders guter Beitrag zur Herzgesundheit“, sagte Mosterd. Das Training könne aber in manchen Fällen auch zum Auslöser für einen tödlichen Herzstillstand werden. Diese Fälle führten dann zu großer Aufmerksamkeit und zu Bedenken über den gesundheitlichen Nutzen von Sport. © hil/aerzteblatt.de

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