Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Nach Schädel-Hirn-Trauma: Nanopartikel verbessern Blutfluss

Montag, 27. August 2012

Houston – Eine neue Therapieoption für Patienten mit milden bis schwerwiegenden Hirnverletzungen haben Wissenschaftlern der Rice University in Zusammenarbeit mit dem Balyor College of Medicine im Tierversuch erkundet. Die Wissenschaftler injizierten Ratten mit Schädel-Hirn-Traumata neuartige Antioxidantien, worauf sich der Blutfluss im Gehirn der Ratten verbesserte. Ihre Ergebnisse publizieren die Autoren unter der Leitung von James Tour in der Fachzeitschrift der American Chemical Society Nano (doi: 10.1021/nn302615f).

Im Detail handelt es sich bei dem Molekül um kombinierte sogenannte Polyethylene Glycol-Hydrophilic Carbon Cluster (PEG-HCC). Das sind Nanopartikel, also ein Verbund von mehreren Atomen, dessen Größenordnung im Nanobereich liegen.

In diese relativ neue Technologie setzen viele Wissenschaftler ihre Hoffnungen, da sie mit diesen Molekülen zum Beispiel in der Lage sind, Medikamente in komplizierte Kapseln zu verpacken, die effektiver an ihren Wirkort im menschlichen Körper gelangen. Mithilfe dieser Karbonkapseln konnten die Forscher aus Houston bereits im Februar diesen Jahres Erfolge in der Behandlung eines Plattenepithelkarzinoms verzeichnen und im gleichen Journal veröffentlichen (doi: 10.1021/nn204885f).

Dieses Mal konnten sie nachweisen, dass die Anwendung des PEG-HCC auch bei Hirnverletzungen vielversprechend sein könnte. Sie fokussierten dabei nicht auf den initialen Verletzungsmechanismus, der oft nur minutenlang andauert und schwer therapierbar ist, sondern auf die posttraumatischen Reaktionen des Gefäßsystems. So spielen bei den verletzten Blutgefäßen freie Radikale eine wichtige Rolle. Diese toxischen Sauerstoffradikale werden nach einem Schädel-Hirn-Trauma massiv ausgeschüttet und hindern den menschlichen Organismus daran, den physiologischen Regenerationsprozess einzuleiten.

An dieser Stelle wollten die Wissenschaftler eingreifen und fanden heraus, dass ihre Nanopartikel diesen Pathomechanismus hemmen können. So reagieren die PEG-HCC mit den Superoxiden zu einer für die Blutgefäße dann unschädlichen Verbindung und deaktivieren die Radikale. Innerhalb von Minuten nach der Injektion normalisierte sich der Blutfluss der Ratten.

Tour und seine Kollegen hoffen nun, dass auch andere Arbeitsgruppen und Studien ihre Ergebnisse bestätigen können. Sie halten ihre Ergebnisse für einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu neuartigen und effektiven Therapieformen des Schädel-Hirn-Traumas. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

28.12.17
Transfer von Plexus-Nerv mildert spastische Lähmungen nach Hirnschädigung
Shanghai – Chinesische Chirurgen haben ein operatives Verfahren entwickelt, mit dem sich spastische Lähmungen des Armes nach Hirnschädigung mildern und die Alltagsfunktion der Hand verbessern lassen.......
09.01.17
Kontaktsportarten: Bluttest zeigt Schädigung nach Gehirn­erschütterungen an
Bethesda – Leichte Gehirnerschütterungen, die bei vielen Kontaktsportarten von Fußball bis zum Eishockey auftreten können, führen zur Freisetzung von Tau-Proteinen, die mit einem neuen ultrasensiblen......
22.12.16
Keine Häufung von neurodegenerativen Erkrankungen bei ehemaligen High-School-Football­spielern
Rochester – High-School-Footballspieler, die zwischen 1956 und 1970 aktiv waren, zeigen im Vergleich mit anderen Sportlern im hohen Alter keine Häufung von neurodegenerativen Erkrankungen. Dies fanden......
10.06.15
Hirnaneurysma: Studie sieht häufige Spätrezidive nach Coiling
Paris – Bei nichtrupturierten intrakraniellen Aneurysmen wird heute eine endovaskuläre Behandlung der Operation vorgezogen. Ein Nachteil des „Coilings“ sind jedoch Rezidive, die laut einer Studie in......
02.12.14
American Football: Hirnveränderungen schon nach einer Spielsaison
Winston-Salem – Die häufigen Kopfkontakte beim American Football können das Gehirn verändern, auch wenn es zu keinen Gehirnerschütterungen gekommen ist. Dies zeigt eine Untersuchung, die auf der......
14.01.14
Bluttest soll am Spielfeldrand Gehirnerschütterung bei Sportlern nachweisen
München – Einen Bluttest, mit dem sich einfach und schnell nachweisen lässt, ob bei Sportler eine Gehirnerschütterung vorliegt oder nicht, haben Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des Klinikums......
06.01.14
Kinder können auch mit Helm eine Gehirnerschütterung erleiden
Köln – Moderne Schutzhelme können beim Radfahren und verschiedenen Sportarten helfen, Schädelfrakturen und andere schwere Schädel-Hirn-Verletzungen zu verhindern, doch können sie keine......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige